Am 12. November 2015 besuchte die Jahrgangsstufe Q3 der ASS die Gedenkstätte in Hadamar.

Während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland galten Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen als „lebensunwert“ und wurden vernichtet. Vorher jedoch wurden sie ab Januar 1934 aufgrund des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ Zwangssterilisationen unterworfen. Insgesamt mussten sich 400.000 Menschen dieser schmerzhaften und menschenverachtenden Prozedur unterziehen. 5.000 starben qualvoll an den Folgen dieser Operation. Die Täter, die den Auftrag Hitlers ausführten, bezeichneten ihre Morde als “Euthanasie“; dieser Begriff kommt aus dem Griechischen und bedeutet “schöner Tod“ – also das Gegenteil von dem, was real passierte.

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Die systematische Planung der Morde wurde in unterschiedlichen Mordaktionen ausgeführt (z.B. “T4-Aktion“, “Reichsausschusskinder“ oder “zweite Mordphase“). So verloren zwischen Herbst 1939 und dem Kriegsende 1945 ca. 300.000 Menschen ihr Leben.

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Im Zuge der Mordaktion “T4-Aktion“ wurden sechs Tötungsanstalten errichtet. Als letzte von ihnen wurde die Tötungsanstalt Hadamar eingerichtet. Von Januar bis August 1941 wurde ca. 10.000 Patientinnen und Patienten getötet.

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Nach einer einjährigen Pause nahm die Landesheilanstalt Hadamar die Funktion einer Tötungsanstalt wieder auf. Demnach war sie Teil der “zweiten Mordphase“. Hier wurden die Menschen hauptsächlich mit überdosierten Medikamenten und durch Mangelernährung gemordet. So starben von August 1942 bis zum Kriegsende 1945 weitere 4.500 Menschen in Hadamar. Damit die Angehörigen der Opfer keinen Verdacht schöpften, wurde die Todesursache passend auf den Patienten abgestimmt. Doch herrschten trotzdem Unruhe in der Bevölkerung, da die Menschen auf den Rauch, der aus dem Krematorium aufstieg, aufmerksam wurden.

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Veranschaulicht wurde dies durch vier verschiedene, jeweils dreistündige Führungen über das Gelände und den angrenzenden Friedhof. Dabei bekam jeder Schüler eine Informationskarte über eine Person, die entweder in Hadamar als Opfer umkam oder als Täter aktiv war. So erfuhren die Schüler von Einzelschicksalen.

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Der Besuch war eine interessante, aber auch tragische Reise in die Vergangenheit. Obwohl sich einige Schüler mehr originale Objekte gewünscht hätten, war der Ausflug nach Hadamar ein Tag mit neuen Eindrücken und eine gute Möglichkeit sein Wissen zu erweitern.

Salomea Krupka (Q3)
[11/2015]

Fotos: Alexander Koshovy (Q3)

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