Am 6. Juni 2017 machten sich alle Q2-PoWi-Kurse der Albert- Schweizer Schule, Offenbach auf den Weg zur Gedenkstädte Point Alpha und zum „Haus auf der Grenze“.

Nach einer der zweistündigen Busfahrt erreichten wir unser Ziel, welches sich direkt am damaligen „Eisernen Vorhang“, also an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze zwischen Hessen und Thüringen befindet. Aufgeteilt in die verschiedenen PoWi-Kurse besuchte ein Teil des Jahrgangs zunächst die Ausstellung im „Haus auf der Grenze“, während die andere Gruppe den unter Denkmalschutz stehenden früheren US Beobachtungsposten Point Alpha besuchte.

Mit über 100.000 Besuchern dient der Ort als Lernstädte, um sich aktiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen und dem Vergessen sowie Verharmlosen entgegenzuwirken. Mit Zeitzeugen aus der nahen Umgebung als Gruppenführer wurde uns als Schulklassen die Geschichte der deutschen Teilung und dem Kalten Krieg möglichst authentisch, lebhaft und interessant erzählt. „Die Realität der deutschen Teilung sowie das Leben an und mit der Grenze aus der Sicht der Bevölkerung“, das ist es, was die Point-Alpha-Stiftung der Bevölkerung vermitteln will.

Unsere Führung begann mit einer geographischen Einordnung Point Alphas. Die strategische Besonderheit lag damals in der Bedeutung des „Thüringer Balkons“. Dies war die westlichste Ausdehnung des Gegenspielers der NATO, des Warschauer Paktes.

Im Anschluss betraten wir das Haus an der Grenze, welches über eine ausführliche Dauerausstellung verfügt, die sich mit den Themen des Kalten Krieges und den Zuständen während der Teilung Deutschlands befasst. Durch gut zusammengestelltes Anschauungsmaterial und den begleitenden Ausführungen unseres Gästeführers konnten wir viele neue Dinge über die Zeit nach dem 2.Weltkrieges und der damaligen Situation im geteilten Deutschland, und speziell im Grenzgebiet der DDR lernen. Schade war dabei, dass wir durch einen strikten Zeitplan nur bedingt Zeit hatten, die ganze Ausstellung zu bewundern.

Nach dem Besuch der Ausstellung gingen wir an der ehemaligen innerdeutschen Grenze entlang bis zum Beobachtungsposten Point Alpha. In diesem Bereich sind Originalbestände des „Eisernen Vorhangs“, also der Grenzanlage erhalten, die das unmenschliche System der ostdeutschen Staatsicherung verdeutlichten.

In den gut erhaltenen Gebäuden des ehemaligen US-Stützpunktes „Point Alpha“ besuchten wir zunächst eine Ausstellung, welche die Rolle Amerikas als Besatzungsmacht nach dem Krieg erklärte und uns einen Überblick über die damaligen strategischen Verhältnisse brachte. Besonders interessant waren dabei die gespannte Situation zwischen dem Warschauer Pakt und der NATO, die möglichen Angriffspläne und deren möglichen Folgen für Deutschland. Nach dem Besuch der Ausstellung hatten wir noch genug Zeit, um etwas zu essen oder die Ausstellung eigenständig noch einmal durchzugehen, bevor wir uns auf den Rückweg zur Schule machten.

Alles in allem ermöglichte der Ausflug uns einen ersten Einblick in das kommende Thema des Kalten Kriegs, auch wenn wir durch die fehlende Zeit nicht alle Teile der Ausstellung ausführlich entdecken konnten.

Tara Burger (Q2)


Zwischen Hessen und Thüringen – am einst heißesten Punkt während  des Kalten Krieges

Am 6. Juni 2017 unternahmen die PoWi-Kurse der Q2 einen außergewöhnlichen Ausflug an einen Ort, an dem man während des Kalten Krieges noch für das Betreten mit seinem Leben gezahlt hätte. Point Alpha war einer von vier US-Beobachtungsstützpunkten an der innerdeutschen Grenze; heutzutage sind Point Alpha und das „Haus auf der Grenze“ eine Mahn- und Gedenkstätte.

Angekommen auf 411 Meter Höhe auf einem Bergzug mit einer sehr weitreichenden Sicht wurde uns klar, weshalb gerade dieser Ort als Beobachtungsstützpunkt im Kalten Krieg errichtet wurde. Auf unserer linken Seite befand sich Hessen, mit einer Kopfbewegung hatten wir Thüringen im Blick. Jeder PoWi-Kurs hatte das Glück, von einem Zeitzeugen geführt und auch mit dessen persönlichen Erfahrungen konfrontiert zu werden.

Beim Betreten des „Hauses auf der Grenze“ standen wir, noch vor dem Beginn der Ausstellung, den drei wohl bekanntesten Männern  des Jahres 1945 gegenüber. Die alliierten Staatschefs Winston Churchill (England), Harry S.Truman (USA) und Josef Stalin (UdSSR) waren auf einer Tür abgebildet. Aber sie trennten sich beim Öffnen der Tür, genauso wie Deutschland zu dieser Zeit. In dieser authentischen Ausstellung sahen wir viele Bilder und Zahlen zu den Reaktionen der Zweiteilung Deutschlands.

Eine halbe Millionen Menschen schafften es, aus der DDR zu flüchten, bis letztendlich 1952 eine Grenzsicherung errichtet wurde, um diese aufzuhalten. An den Grenzen konnte man nicht von menschenwürdigen Bedingungen sprechen, beim Berühren des Zauns hatte man mit Sprengstoffexplosionen zu rechnen oder von den Grenzsoldaten erschossen zu werden.

Direkt neben dem „Haus an der Grenze“ kamen wir mit einem Bruchteil des dichten Zauns in Berührung. Von den Grenzzäunen wurden wir bis zum amerikanischen Beobachtungspunkt begleitet und unser Zeitzeuge erzählte uns, dass es nahezu unmöglich war, selbst die Familie im Westen zu besuchen. Er sei mit seinen Eltern gefangen genommen worden, da man ihre Fußabdrücke an der Grenze gesehen habe. Als der Zeitzeuge uns erzählte, dass sein Großvater von dem Wachturm aus beobachtet worden sei, wie viele Eier er verkaufte, wurde uns klar, wie scharf die Sicht von dem Punkt war.

Da Point Alpha im Zentrum des „Fulda Gap“ lag, erwarteten die NATO-Staaten im Kriegsfall einen schnellen und massiven Angriff der sowjetischen Truppen. Deshalb auch die Bezeichnung „heißester Punkt im Kalten Krieg“.  Die im Point Alpha stationierten Soldaten mussten somit immer gefasst sein auf den Ernstfall. Auf dem Gelände waren außerdem die schweren Waffen der amerikanischen Streitkräfte ausgestellt, wie z.B. ein Kampfpanzer. Eine Ausstellung auf dem Gelände brachte uns die Ausrüstungen und Lebensbedingungen der Soldaten näher. Außerdem spekulierte der Zeitzeuge mit uns, wie denn so ein Angriff ausgesehen hätte und wie man taktisch gehandelt hätte.

Nach so vielen neuen Eindrücken und so viel neuem Wissen hatten wir uns eine Stärkung in der Kantine verdient. Vor der Rückfahrt blieb uns noch etwas Zeit um beispielsweise noch auf den Wachturm zu steigen und uns in die Lage der Soldaten hineinzuversetzen. Insgesamt kann meiner Meinung nach gesagt werden, dass es ein sehr interessanter und gelungener Ausflug war, der uns wieder einmal gezeigt hat: Grenzen und Krieg sind keine Lösung.

Melissa Turhan, Q3
[8/2017]

[Bol – 6/2017]