Bei Förderung in der Oberklasse

Exklusives Netz nimmt Albert-Schweitzer-Schule auf

Offenbach – Als einzige Bildungseinrichtung Offenbachs ist es mit ihrem ausgeprägten Profil in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik ins nationale Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC aufgerückt: Das Albert-Schweitzer-Gymnasium hat den Sprung in die Oberklasse schulischer Spitzenförderung geschafft.
Von Harald H. Richter (Offenbach Post, 19.10.17)

 
Am 6. April 1911 als Oberrealschule eröffnet, gehört der im Stile der Neo-Renaissance gestaltete Bau des heutigen Gymnasiums zu den Kulturdenkmälern der Stadt. © Richter

Menschenleer der Hof der Albert-Schweitzer-Schule – es sind Herbstferien. Für Oberstudiendirektor Ulrich Schmidt freilich gibt es auch während der unterrichtsfreien Zeit etliches zu tun. Nach dem Erhalt einer freudigen Botschaft hat er ein feierliches Ereignis vorzubereiten. Das rund 1100 Schüler zählende Gymnasium an der Waldstraße ist in das nationale Excellence-Netzwerk für Einrichtungen mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Profil aufgenommen worden und gehört somit zu derzeit 295 zertifizierten weiterführenden Bildungsstätten in Deutschland. In Hessen sind es derzeit 35. „Für uns bedeutet das nicht nur eine verdiente Anerkennung der ausgezeichneten pädagogischen Arbeit der Lehrkräfte, sondern sie öffnet begabten Jugendlichen die Türen für eine Fülle hochklassiger weiterer Förderangebote“, freut sich Schmidt.

Vor zwei Jahren war die Albert-Schweitzer-Schule bereits als Anwärter berücksichtigt worden und wechselt nun aufgrund der stringenten Weiterentwicklung des MINT-Profils in die Mitgliedschaft. Dafür müssen hohe Kriterien hinsichtlich Qualität und Quantität in dem Fächerkanon erfüllt werden, aber auch darüber hinaus. Neben den Belegungsraten werden Angebote zur Berufs- und Studienorientierung, Wettbewerbsteilnahmen sowie dauerhafte Kooperationen mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft erwartet.

„Hierfür haben wir schon seit nunmehr zehn Jahren ein solides Fundament gelegt“, berichtet Schmidt. Bereits in der Jahrgangsstufe 5 werden Mädchen und Jungen in sogenannten NaWi-Klassen gezielt unterstützt. „Sie erhalten pro Woche eine Unterrichtseinheit zusätzlich, die alle 14 Tage an einem Nachmittag gebündelt als Doppelstunde erteilt wird.“ Schon in diesem frühen Lernstadium lässt sich erkennen, welche Kinder anhand ihrer Fähigkeiten eine weitergehende Förderung verdienen. „Wir müssen diese Wissensexplosion für unsere Schüler aufnehmen“, sagt Schmidt.

Auf den Gebieten Sport und Sprachen hat das Albert-Schweitzer-Gymnasium, am dem etwa hundert Pädagogen Unterricht erteilen, bereits eine Profilschärfung vorgenommen. Durch zusätzliche Schwerpunktsetzung im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich geht die Schule einen weiteren Schritt auf ihrem Weg der gezielten Begabtenförderung. Die ASS konnte die Fachjury von ihren nachhaltigen Fortschritten im Ausbau des MINT-Profils überzeugen. Das Projekt in der Oberstufe wird von Dr. Carina Schäfer geleitet, die ein halbes Dutzend Lehrkräfte unterstützen. Der Unterricht leistet durch seine spezifischen, aber auch fächerverbindenden Denk- und Arbeitsweisen einen Beitrag zum Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft, Natur, Technik und Gesellschaft. „Als UNESCO-Schule fühlen wir uns dabei besonders den Leitlinien zur Umwelterziehung und der Entwicklung eines nachhaltigen, umweltbewussten Verhaltens verpflichtet“, betont Ulrich Schmidt. Wichtig ist dem Schulleiter die Förderung der Wettbewerbskultur, die sich unter anderem in der Teilnahme und Ausrichtung von Veranstaltungen wie die „World Robot Olympiad“ und „Jugend forscht“-Entscheiden ausdrückt. Auch besteht eine Kooperation mit der Frankfurter Goethe-Universität sowie ein enger Draht zu Partnern der Wirtschaft und zum Netzwerk der Junior-Ingenieur-Akademie der Deutschen Telekom Stiftung.

Die Zuerkennung des Zertifikats, das am 3. November offiziell übergeben werden soll, ist auf drei Jahre befristet. Spätestens dann muss die Schweitzer-Schule ihre Berechtigung nachweisen, um im Kreis der Spitzenschulen bleiben zu können.

(mit freundlicher Genehmigung der Offenbach-Post, 19. Oktober 2017)