Studienfahrt des Q3-Kunst-Leistungskurses unter Leitung von Frau Grimm und Herrn Rindsberg vom 1. bis 7. Oktober 2017 nach Florenz in Italien

„Viva Italia“ –  hieß es am Sonntag den 1.10.2017 für  die Künstler des Abiturjahrgangs 2017/18. Unter der Leitung unserer Tutorin, Frau Grimm, und in Begleitung von Herrn Rindsberg, trat der Q3- Kunst-LK  seine Studienreise in den Süden an. In München, zur Oktoberfestzeit,  wechselten wir in den Nachtzug, der uns Florenz um 6.27 Uhr erreichen ließ.

Im Zentrum der italienischen Renaissance angekommen brachten wir das  Reisegepäck in die Via Fiume zum zentral gelegen Hotel „ Astrid“. Der frühmorgendliche Stadtrundgang durch die verwinkelten, alten  Gassen in Hotelnähe vermittelte einen ersten architektonischen und olfaktorischen Eindruck unseres Reiseziels. Vorbei an kunsthistorisch beeindruckenden Gebäuden (Santa Maria Novella, Kathedrale Santa Maria del Fiore, Loggia del Bigallo, Santa Maria Maggiore),  die wir bislang nur aus dem Kunstunterricht kannten, gelangten wir mit Hilfe von Frau Grimm zu einem Speiselokal mit dem wohlklingenden Namen „Leonardo“ – ein wahrer Geheimtipp. Ein Spaziergang durch den Mercato Centrale, im Viertel San Lorenzo, stimmte  uns auf das Mittagessen ein.

Den frühen Nachmittag nutzten wir zum Einzug in die Hotelzimmer.  Später trafen wir uns auf dem Domplatz. Gemeinsam gingen wir zur Piazza della Republica. Wo einst ein römisches Forum und im Mittelalter der Hauptmarkt und  das jüdische Ghetto waren, ist heute ein rechteckiger Platz mit Gebäuden im Stil des Historismus entstanden, der durch Geschäfte, Cafés und Hotels sehr belebt ist. Von der Dachterrasse des Kaufhauses Rinascente hatten wir einen wunderbaren Blick auf den Dom und die ihn umgebene Altstadt.  Vor dem Triumphbogen (Arcone) nutzten einige von uns die Gelegenheit zur Fahrt mit dem historischen Karussell.  Zum gemeinsamen Abendessen fanden wir uns um 19.30 Uhr im Lokal „Canto de‘ Nelli“ ein,  wo wir bei gutem Essen und Gesprächen den Tag ausklingen ließen.

Am  folgenden Tag  wurden wir durch Frau Grimm auf geheimnisvolle Weise um 9.45 Uhr aus und um eine große, wartende Menschenmenge vor den Galerien der Uffizien  geführt. Eine Absperrung  wurde extra für unsere Gruppe geöffnet. So gelangten wir schnell und zielgerichtet  zur Personen- und Taschenkontrolle. Unter fachkundiger Führung, gelangten wir zu den einzelnen Ausstellungsräumen mit den Gemälden von Giotto, Botticelli, Mantegna, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Raffael, Tizian, Cranach, Dürer u.v.m.  und den vielen Portraits der Medici.

Herr Rindsberg ermunterte uns Szenen, Gesten und Haltungen  der Kunstwerke nachzustellen, die er fotografisch festhielt. Die Mittagspause verbrachten wir auf der Dachterrasse des Museums. Der Nachmittag gehörte den Skulpturen und Plastiken der Galeria della Accademia. Wir erkundeten Michelangelos  Originalstatue des David (Stand- und Spielbein, Proportionen wie auch den geplanten Aufstellungsort), entdeckten Löcher in einigen Werken und erfuhren deren Funktion.  Der Heimweg führte am Findelhaus (Ospedale degli Innocenti) vorbei. Es wurde von Brunelleschi, dem Architekten und Baumeister, im Stil der Frührenaissance errichtet. Den Abend verbrachten wir in geselliger Runde, essend und trinkend.

Am Mittwoch, unserem dritten Tag in Florenz, betrachteten  wir  Palazzo Medici-Riccardi, seinen kubischen Aufbau, und die äußere Gestaltung  der drei Geschosse.  Er gilt als erster Profanbau der Frührenaissance. Sein Innenhof, den  ein Säulengang schmückt, ist wie der Palastgarten öffentlich zugänglich. Hier residierte die Medici-Familie, von hier übersiedelte sie in den Palazzo Vecchio und anschließend in den Palazzo Pitti. Am Vormittag wurden wir in einen ehemaligen Stadtpalast aus dem 13.  Jht. zur Führung erwartet.  In diesem Gebäude befindet sich seit 1859 das Museo Nationale del Bargello. Ein Museum für Plastik und der bedeutendsten Renaissance-Skulpturensammlung der Welt. Wir betrachteten Werke von Michelangelo, Donatello, Benvenuto Cellini, Giambologna, Verrocchio, Bernini u.a. Der Innenhof ist an drei Seiten von Bogengängen und achteckigen Säulen umgeben. Eine Treppe führt direkt in die oberen Stockwerke. Seine Mitte schmückt ein kleiner Brunnen. In diesem schönen, italienischen Innenhof entstand eines unserer Gruppenfotos.

Nach der Mittagspause liefen wir über die älteste Brücke der Stadt. Die Ponte Vecchio ist mit einer Vielzahl an Häusern bebaut, in denen Kunsthandwerker ihre Waren zum Verkauf anbieten. Einige von uns fanden sich im mächtigen Palazzo Pitti ein, er war  bis 1859 Residenz der florentinischen  Großherzöge und von 1865-71 Sitz des Königs. Heute beherbergt er berühmte Werk der Malerei (Tizian, Raffael, Tintoretto, Giorgione, Rubens, Caravaggio, Velázquez und Van Dyck). Der hinter dem Palazzo liegende Garten ist ursprünglich für die Familie Medici entworfen worden, bestückt mit Statuen, Brunnen, Grotten. Seine Terrassen bieten einen herrlichen Blick auf Florenz.  Zurück liefen wir durch den nicht so touristischen Stadtteil Oltrarno. Die Ponte Vecchio glänzte in der Abendsonne. Mit vielen neuen Eindrücken und müden Beinen saßen wir beim Abendessen  und schmiedeten Pläne für die Nacht.

Am Donnerstag gingen wir zur Bibliotheca delle Oblate, die in einem Kloster aus der 14. Jht.  untergebracht ist. Von ihrer Cafeteria aus hatten wir einen traumhaften Blick auf die Domkuppel, welche zum Greifen nahe war.  Dann zogen wir zur Kirche Santa Croce, der größten Franziskanerkirche Italiens. Der Legende nach soll Franziskus den  Grundstein  für dieses gotische Gebäude gelegt haben, in dem bedeutende Menschen bestattet wurden. Auf der großen Piazza steht ein Denkmal für Dante Alighieri, dem Schöpfer der italienischen Sprache. Das Eis von Rivareno war auch eine vorzügliche Schöpfung für unseren Gaumen. Vielen Dank, Herr Schneider-Grimm!

Am Nachmittag nahmen wir an einer Führung durch die Medicikapelle teil. Sie beherbergt  Gräber der Familie Medici. In ihrem Innern befindet sich die von Michelangelo entworfene „Neue Sakristei“. Bis zum Abendessen blieb uns Zeit, Besorgungen  für unsere Heimreise zu tätigen. Am späten Abend besuchten wir die Sonderausstellung „Il Cinquecento a Firenze. Tra Michelangelo, Pontormo e Giambologna“ im Palazzo Strozzi.

Der Freitag stand uns zur freien Verfügung. So konnten wir noch einmal interessante Plätze aufsuchen und lange shoppen gehen. Da unser Zug mit großer Verspätung in Florenz eintraf, verpassten wir am Samstagmorgen in München den Anschlusszug nach Frankfurt. Unsere Lehrer  mussten nun die Fahrscheine umschreiben lassen,  damit wir die Heimreise fortsetzten konnten.

Muriel  Biebl (Q4)