Rainer Weiffenbach – ein Nachruf

Am 2. August 2018 verstarb unser ehemaliger Kollege Rainer Weiffenbach. Menschen verschiedener Altersstufen sind darüber sehr betroffen: Ehemalige Kollegen und ehemalige Schüler.

Rainer Weiffenbach unterrichtete Französisch, Erdkunde und Gemeinschaftskunde und war viele Jahre ein prägendes Mitglied dieses Kollegiums. Er war Ausbilder und Mentor für viele angehende Lehrer.

Auch in meiner ersten eigenen Klasse unterrichtete er, so dass ich ihn gleich als feinfühligen und weitsichtigen Pädagogen schätzen gelernt habe.

Als Schulleitungsmitglied war er eigentlich für den gesellschaftswissenschaftlichen Fachbereich zuständig, aber in einer Notsituation übernahm er für eine Weile auch die Leitung der Oberstufe und die Aufgaben eines stellvertretenden Schulleiters. So war er: Wenn man ihn brauchte, dann war er da. Ich erinnere mich, dass ich in dieser Zeit einmal mit ihm geschimpft habe, weil ich meinte, er mute sich zu viel zu. Dem widersprach er auch nicht, aber er erklärte mir: „Ich mache das für die Schüler.“

Als ich mich 2007 mit dem Gedanken beschäftigte, ob ich mich für die demnächst freiwerdende Stelle der stellvertretenden Schulleitung bewerben solle, habe ich ihn um seinen Rat gefragt. Und ich hatte vorher beschlossen, ich werde das tun, was er mir sagt. Ich bin mir fast sicher, hätte er mir abgeraten, dann hätte ich es wahrscheinlich auch wirklich gelassen. Aber er hat mich motiviert und dafür bin ich ihm heute noch dankbar. Ich bin mir sicher, dass es viele Menschen gibt, die beim Lesen dieser Zeilen denken: Das kenne ich. Auch ich habe mich von ihm beraten und leiten lassen und habe daraufhin eine richtige Entscheidung getroffen.

Lieber Rainer, ich werde deine Treue und deine Aufrichtigkeit vermissen. Bei der Trauerfeier sagte der Pfarrer, dass du dich im Wissen um deinen nahen Tod vor allem um jene gesorgt hast, die zurückbleiben müssen – ohne dich. Ich kann zumindest für mich sagen: Ja, es ist schrecklich ohne dich zu sein, aber ich werde trotzdem weiterhin auf deinen Rat hören. Ich werde mich immer wieder neu fragen, was du wohl gedacht oder gesagt hättest. Und ich bin sicher: Du fehlst, aber trotzdem wirst weiterhin ein guter Ratgeber bleiben.

In der Traueranzeige der Familie stand: „Gemeinsam ist kein Weg zu steil.“ Deiner Familie und vor allem deiner Frau Inge wünsche ich alle Kraft der Welt, um den nun doch noch steiler gewordenen Weg gehen zu können.

Du fehlst, aber trotzdem bist du noch da. Wenn das am Ende des Lebens steht, dann war alles gut und richtig.

Barbara Lorz
[8/2018]