Am 19. Juni 2018 verabschiedete die Schulgemeinde der Albert-Schweitzer-Schule ihren Schulleiter Herrn OStD Ulrich Schmidt. Er trat nach 12 Jahren sehr verdienstvoller Tätigkeit an der ASS in den Ruhestand. Mehr als 180 Gäste aus der Schule, der Stadt Offenbach, dem Staatlichen Schulamt und verschiedenen Verbänden erlebten eine rundum gelungene festliche offizielle Verabschiedung.

Den Auftakt der Feier, die von Frau Bremes und Herrn Knöfler locker und gekonnt moderiert wurde, machten der Ober- und Unterstufenchor unter der Leitung von Frau Löwenstein mit einem Medley aus der Aufführung des „Zirkus Furioso“. Erster Redner war Schulamtsdirektor Markus Winter, der wichtige Daten und Ereignisse aus beruflichen Laufbahn von Ulrich Schmidt beschrieb, in einen Zusammenhang stellte und sein erfolgreiches Wirken für seine Schüler und die Schule lobte. Danach übergab er ihm die offizielle Entlassungsurkunde. Stadtrat Paul-Gerhard Weiß hob für die Stadt Offenbach die gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Schulträger hervor, die sich an vielen, manchmal auch schwierigen Beispielen bewährt habe. Er betonte die freundliche Hartnäckigkeit, die Herrn Schmidt ausgezeichnet habe, wenn er für notwendige Schulwünsche eingetreten sei.

Nach einer schönen musikalischen Darbietung durch die Schulband der ASS unter Leitung von Frau Tsatsa, dankte Franco Marincola für die Unterstützung, die das Projekt Jumina durch Herrn Schmidt erfahren habe. Die ASS sei das erste Gymnasium gewesen, das im Rahmen seiner Berufs- und Studienorientierung gezielt auch die Gruppe der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund gefördert habe. Dadurch seien die von Herrn Schmidt vertretenen Ideen der individuellen und kulturellen Vielfalt als Reichtum und der Integration in die Stadt Offenbach besonders zum Ausdruck gekommen.

Herr OStD Christoph Dombrowski, Leiter der Leibnizschule, kennzeichnete im Namen der Offenbacher Gymnasien und der „Interessengemeinschaft der Offenbacher Schulleiter“ die kollegiale Haltung von Ulrich Schmidt und beschrieb, wie er sich immer wieder erfolgreich für eine Schulentwicklung in der Stadt eingesetzt habe, die auch die Bedürfnisse der Schulen berücksichtigt habe. Dombrowski schloss eindrucksvoll mit einem von ihm selbst am Klavier begleiteten Lied, das er zum Abschied komponiert hatte.

Dritter Redner in diesem Block der auswärtigen Kollegen war Hans Peter Löw, Schulleiter der Heinrich-Mann-Schule in Dietzenbach, der als Vertreter des Schulleiterverbandes „Bildungsfaktor Abitur Hessen“ sprach, dessen Vorstand Ulrich Schmidt lange angehört hatte. Außerdem grüßte Löw auch aus dem Kreis der selbstständigen allgemeinbildenden Schulen, bei denen Herr Schmidt im ministeriellen Beirat saß. Löw betonte, dass Ulrich Schmidt mit seiner langjährigen Erfahrungen und seinem Wissens um die Verschlungenheiten der hessischen Bildungspolitik konstruktiv-kritisch an der Weiterentwicklung des Gymnasiums in Hessen beteiligt gewesen sei. Er habe immer wieder deutlich gemacht, dass eine Schule nicht für sich allein existieren könne, sondern nur durch eine landesweite Vernetzung sinnvolle Schulentwicklung möglich sei. An seinen vielfältigen Tätigkeiten ließe sich gut aufzeigen, dass Schulleitung heutzutage ein ganz eigenes Berufsbild sei.

Nach einem wunderbaren Cellostück, vorgetragen von Aaron Böer (5e), dankte OStR’in Eleni Tsatsa als Vertreterin des Kollegiums Herrn Schmidt. Ausgehend von der langen gemeinsamen Geschichte mit ihren Höhen und Tiefen hob sie hervor, dass die zentralen Werte von Demokratie, Toleranz, Achtung und Respekt, die das Schulprogramm der ASS prägen, auch selbstverständlicher Bestandteil der Schulleitungstätigkeit von Ulrich Schmidt gewesen seien. Ohne die Aufgaben als Leiter einer Schule aus den Augen zu verlieren, sei es ihm aufgrund seiner natürlicher Autorität gelungen, Kollegium und Schülerschaft immer wieder neu zu motivieren, Schulentwicklung partizipativ zu gestalten. Wichtig sei dabei das Vertrauen und das Interesse gewesen, mit dem er Schüler und Lehrer begegnet sei. Sie wünschte ihm alles Gute für den kommenden Ruhestand.

StD’in Barbara Lorz beschrieb in einer lockeren und persönlich gehaltenen Rede, wie sie Ulrich Schmidt als Schulleiter erlebt habe. Dabei berichtete sie viele Anekdoten, die zeigten, dass eine erfolgreiche Tätigkeit als Schulleiter grundlegend darin bestehe, einander widersprechende Interessen auszugleichen und sich anbahnende Katastrophen gerade noch zu verhindern. Für seinen Ruhestand entwarf sie ausgehend von eine Erzählung Schmidts das Bild, wie er in Zukunft unter einem Baum in seinem Garten lesend sich bemühe, die Welt noch besser zu verstehen.

Nach einer sportlichen Darbietung unter der Leitung von Frau Bremes verabschiedete sich die Elternschaft mit einem Dank des Vorsitzenden des SEB Frank Fischbach. Auch er hob hervor, dass Herr Schmidt sehr dazu beigetragen habe, dass sich die Eltern an der Schule gut wahrgenommen und als wichtiger Faktor in der erfolgreichen Schulentwicklung einbezogen fühlten.

Der Schulsprecher Uzair Malik beschrieb abschließend Herrn Schmidt als einen Schulleiter, der für Schüler stets ansprechbar gewesen sei. Auf der einen Seite habe er sich um die Nöte gekümmert, auf der anderen Seite habe er aber auch immer dafür gesorgt, dass die notwendigen Regeln für das schulische Zusammenleben eingehalten werden konnten. Auch er wünschte Herrn Schmidt alles Gute.

Nach einer sehr gelungenen, farben- und gestenreiche Modern-Dance-Performance einer Schülerinnen-Tanzgruppe unter der Leitung von Frau König dankte Ulrich Schmidt in seiner Abschiedsrede für all das Lob und die Anerkennung, die er bekommen habe. Er sei sehr berührt davon. Umgekehrt fühle auch er sich sehr dankbar und zufrieden über die 43 Jahre seiner beruflichen Tätigkeit. Es sei für ihn nicht selbstverständlich in einem Land leben und arbeiten zu können, das seit fast siebzig Jahren durch Frieden, Demokratie und großen Reichtum geprägt sei. Für ihn sei es stets ein pädagogischer und politischer Auftrag gewesen dazu beizutragen, dass auch die Menschen anderer Kulturen und Nationen an diesen positiven Werten teilhaben könnten.

Schulleiter zu sein sei eine durchaus anstrengende Aufgabe mit vielen Pflichten. Sie mit Freude und Erfolg zu erledigen werde durch die konstruktive Begegnung und professionelle Zusammenarbeit mit den vielen Menschen möglich, denen er im Rahmen seiner Tätigkeit begegnet sei.

Er dankte dem Staatlichen Schulamt und der Stadt Offenbach für die konstruktive Zusammenarbeit, die über einzelne Interessenunterschiede hinweg immer erfolgreich gewesen sei. Kern seiner Arbeit sei die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen gewesen. Schmidt dankte dem Kollegium besonders für das Engagement, die professionelle Kompetenz und die persönliche Haltung, die eine wirklich soziale, freundliche, tolerante und weltoffene Schulatmosphäre schaffen, in der die Schüler erfolgreich lernen und leben können. Er dankte seiner Stellvertreterin und dem Schulleitungsteam für das hervorragende Engagement und die kollegiale Zusammenarbeit.

Abschließend warf er einen kurzen Blick auf seinen kommenden Ruhestand. Es sei in Ordnung für ihn, jetzt zu gehen. Er freue sich auf einen neuen Lebensabschnitt, was der bringen werde, wisse er allerdings noch nicht. Aber er werde im Garten unter dem Baum, wie von Frau Lorz empfohlen, intensiv darüber nachdenken.

Im Anschluss an die offizielle Abschiedsfeier lud Herr Schmidt noch zu einem geselligen Beisammensein im kleinen Schulhof ein. Zahlreiche Gäste folgten dieser Einladung und trafen sich dort zu gemütlichen Gesprächen.

[Sdt – 8/2018]


Berichte der Offenbach Post über die Verabschiedung von U. Schmidt (Vergrößerung durch anklicken):


20.6.18


16.6.18