Streit und Auseinandersetzungen sind etwas Alltägliches, auch an unserer Schule. Dabei ist es oft so, dass viele Auseinandersetzungen nicht geklärt werden und in Streitereien und Konflikte münden, weil jede Konfliktpartei in ihren Gefühlen und Bedürfnissen verletzt ist, nur ihre Sicht der Dinge im Blick hat und die Schuld beim anderen sucht. Schlussendlich ist oft keiner bereit, als erster auf den anderen zuzugehen und Verletzungen sowie Missverständnisse können nicht geklärt werden und die Fronten verhärten sich. Beide Seiten reagieren empfindlich und beim geringsten Anlass gibt es neuen Streit.

In solchen Fällen kann eine dritte Person – hier ein/e Konfliktlöser/in – zwischen den Konfliktparteien vermittelt und helfen.  Diese kann beide Seiten zusammenbringen, für eine angenehme Gesprächsatmosphäre sorgen, die Konfliktparteien dabei unterstützen, den Konflikt zu verstehen und nach einer guten Lösung zu suchen, mit der beide einverstanden und zufrieden sind.

Dadurch lernen die Beteiligten

  • sich an Gesprächsregeln zu halten,
  • über (verletzte) Gefühle und Bedürfnisse zu reden,
  • sich in andere hineinzuversetzen (Perspektivenübernahme und Einfühlungsvermögen) und andere Sichtweisen zu respektieren,
  • die Hintergründe und Ursachen eines Konflikts besser zu verstehen,
  • Handlungsstrategien der Konfliktbewältigung umzusetzen und Impulse besser zu kontrollieren,
  • Wünsche zu äußern, Friedensangebote zu machen und fair zu verhandeln,
  • Kompromisse zu finden und Abmachungen einzuhalten.

Seit dem Schuljahr 2018/19 werden insgesamt 20 SchülerInnen aus der Jahrgangsstufe 9 zu Konfliktlöserinnen / Konfliktlösern ausgebildet. Die Ausbildung dauert zwei Schuljahre und beinhaltet folgende Schwerpunkte:

Inhalte der Ausbildung (= Was wird konkret gelernt?)

  • Auseinandersetzung mit folgenden Themenschwerpunkten: Rassismus, (Cyber)mobbing, Akzeptanz, Toleranz, Extremismus, Antisemitismus, Sexismus, Umgang miteinander, Courage usw.
  • Konflikte erkennen
  • bei Konflikten beraten
  • Lösungsmöglichkeiten/Handlungsalternativen entwickeln
  • Ansprechpartner*innen/Vertrauensschüler*innen sein
  • Moderationstechniken
  • Entwicklung von Theaterszenen

Aufgaben während und am Ende der Ausbildung (= Was wird gemacht?)

  • bei Streitigkeiten schlichten, beraten, helfen
  • Projekte an der Schule in unterschiedlichen Jahrgängen zu verschiedenen Themenschwerpunkten, wie z.B. Rassismus, (Cyber)mobbing, Umgang miteinander usw. organisieren und durchführen
  • außerschulische Aktionen, z.B. Projekte an Grundschulen planen und durchführen
  • Das erlernte Wissen an jüngere Schüler/innen weitergeben (Mentor/innen).

Konfiktlöser an der ASS (dieser Text zum Downloaden)

[Tsa – 10/2018]