Von der „Schule für höhere Töchter“ zur Albert-Schweitzer-Schule

1830: Von Seiten der Elternschaft wird der Vorschlag zur Gründung einer höheren Mädchenschule gemacht.

1853: Im März wird die Genehmigung zur Eröffnung einer Mädchenschule erteilt. Am 26. September öffnet die „Höhere Töchterschule“ in der Geleitsstraße ihre Pforten.

1855-1873: Die Schule vergrößert sich ständig und wächst bis 1873 auf neun Klassen an.

1865: Das gemietete Gebäude wird von der Stadt erworben.

1876: Im Februar wird die Mädchenschule als höhere Schule Hessens anerkannt.

1883-1884: Das Schulgebäude wird zum ersten Mal erweitert. Am 23. September 1884 folgt die feierliche Einweihung des Neubaus.

1886: Im März kommt es zum Abriss des alten Schulgebäudes und zur Einweihung der neuen Turnhalle und eines Spielplatzes.

1896: Auf Elternwunsch wird ein Fortbildungskurs in der Oberstufe etabliert (sechs weitere Wochenstunden in Deutsch, Kunstgeschichte, Französisch und Englisch).

1907: Das Schulgebäude wird abermals baulich erweitert. Mittlerweile besuchen 512 Schülerinnen die Einrichtung.

1910: Das Curriculum wird reformiert: Ein Teil der Schülerinnen der beiden Abschlussklassen erhält zum ersten Mal Unterricht in Mathematik, Physik und Chemie nach dem Lehrplan der Oberschule für Jungen. Sie sollen bis zum Abschluss der obersten Klasse soweit gefördert werden, dass sie nach dem Verlassen der Höheren Mädchenschule in die Obersekunda der Oberrealschule eintreten und dort die Reifeprüfung ablegen können.

1913: Durch die Schließung des Heintzenberg’schen Instituts, einer höheren Privatschule für Mädchen, kommt es zu einer Verstärkung der Schülerinnenzahl.

1916: Erneut wird das Schulgebäude baulich erweitert.

1926: Die Schule wird in eine Studienanstalt umgewandelt. Sie besteht nunmehr aus neun Klassenstufen, in denen von der Sexta bis zur Oberprima unterrichtet wird.

1927: Die erste Reifeprüfung in der Geschichte der Schule wird abgehalten. 15 Schülerinnen erhalten die Möglichkeit, ein Hochschulstudium zu beginnen.

1933: Mit der Machtergreifung Hitlers im Januar erfolgen einige politisch motivierte Beurlaubungen und Ruhestandsversetzungen von Lehrkräften.

1943: Wegen Beschädigungen des Schulgebäudes findet der Unterricht in diesem und im darauffolgenden Jahr in dem Gebäude der Oberschule für Jungen an der Waldstraße im Wechsel mit den beiden höheren Knabenschulen statt.

1944: Das Schulgebäude in der Geleitsstraße wird durch die Stadtverwaltung zur Unterbringung städtischer Dienststellen beschlagnahmt. Der gesamte Unterricht wird in das ebenfalls stark beschädigte Gebäude der Oberschule an die Waldstraße verlagert und findet nun gemeinsam mit den Schülern der beiden höheren Knabenschulen statt.

1945: Nach dem Einmarsch der US-Amerikaner kommt es von März bis Mai zur Schließung der Schulen, die auch nach der Kapitulation der Wehrmacht zunächst beibehalten wird. Das Schulgebäude wird weiterhin durch städtische Dienststellen genutzt. So findet die Kriminalpolizei in den Gebäuden der Geleitsstraße 94 ihr Quartier. Im September dieses Jahres wird der Unterricht wieder aufgenommen. Vorläufig werden die Schülerinnen im Gebäude des Knabenrealgymnasiums in der Parkstraße untergebracht.

1946: Im Januar kehren die Schülerinnen in das Schulgebäude der Geleitsstraße zurück.

1947: In diesem Nachkriegsjahr befinden sich 405 Schülerinnen auf der Schule, 27 von ihnen legen die Reifeprüfung ab.

1956: Die Schule zieht in das Gebäude an der Waldstraße um und erhält kurz darauf den Namen Albert-Schweitzer-Schule. Umfangreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen werden durchgeführt. Davon sind betroffen: Lehrerzimmer, Konferenzraum, Lichtbildraum, Lehrer- u. Schülerbücherei, naturwissenschaftliche Sammlung, Turnhalle mit Wasch- und Duschräumen, Anlage für Leichtathletik, Schulhof. Dafür werden DM 260.000,- aufgewendet.

1957: Die Koedukation, die gemeinsame Bildung von Mädchen und Jungen, wird landesweit in Hessen eingeführt. 165 Sextaner (= Fünftklässler) werden an der ASS neu aufgenommen. Es werden zwei Mädchenklassen, eine Knabenklasse und eine Koedukationsklasse gebildet. Somit beträgt die Klassengröße im Schnitt 41 Schülerinnen/Schüler!

1958: Erstmals wird eine 8-tägige Studienfahrt der Oberprima (= Kl. 13) nach Berlin durchgeführt.

1964: Die Klassenbezeichnung 5-13 wird eingeführt.

1966: Statt „Albert-Schweitzer-Schule, Gymnasium für Mädchen“ heißt es nun: „Albert-Schweitzer-Schule, Gymnasium“.
Zum ersten Mal legen Jungen das Abitur an der ASS ab.

1968: Die ASS erhält ein Sprachlabor. (Relikte des Sprachlabors befinden sich noch in Raum B.204)

1971: Die bis heute geltende reformierte Oberstufe wird etabliert.

1973: Erste Abiturprüfung der reformierten Oberstufe.

1975: Neubau des naturwissenschaftlichen Traktes. (Dieser befand sich dort, wo heute der Verwaltungstrakt und die Mensa/Cafeteria sind.)

1976: Die letzte reine Mädchenklasse legt das Abitur ab.

1978: Jubiläumsball anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Schule

1984: Baubeginn der neuen Turnhalle (heute: Volker-Heim-Halle). Schulpartnerschaft mit dem Lycèe Hoche aus Versailles/Paris.

1986: Der Sportunterricht kann durch den Bau der neuen Turnhalle nun überwiegend auf dem eigenen Schulgelände stattfinden.

1987: Ein verheerender Brand vernichtet große Teile des Dachstuhls im Südflügel, in dem die Schulbibliothek untergebracht war.

1991: Die Albert-Schweitzer-Schule wird in das weltweite Netz der UNESCO-Projektschulen aufgenommen.

1992: Eröffnung des renovierten  Südflügels und der neuen Lehrer-Schüler-Bücherei

1993: Erster Computereinsatz an der ASS (Bücherei)

1994: Eröffnung der Schul-Cafeteria (heute: Raum A.001)

1996: Der Sänger Herbert Grönemeyer besucht die ASS, hält eine Stunde Musikunterricht und begeistert anschließend die Schülerinnen und Schüler mit einem kleinen Konzert in der Alten Halle. Grönemeyers eigenhändiges Autogramm ist noch in Raum A.305 an der Wand zu sehen.

2002: Die renovierte „Alte Turnhalle“ wird eingeweiht.

2003: Die Albert-Schweitzer-Schule blickt zurück auf 150 Jahre Schulgeschichte.

2009: Ein moderner Neubau mit naturwissenschaftlichen Fach- und Klassenräumen, die ein zeitgemäßes Unterrichten gewährleisten, wird feierlich eingeweiht.

2010: Im April beziehen Schulleitung und Fachbereichsleitung sowie das Sekretariat die Räumlichkeiten im Erdgeschoss des neuen Verwaltungstraktes. Die neu gestaltete Mediathek wird eröffnet.
Im Mai nehmen auch die neue, großzügigige und moderne Mensa und die Caféteria ihren Bertrieb auf.
Im November wird die Beendigung der 1. Phase der Sanierung des Schulgebäudes feierlich begangen.

2011: Zu Ehren von Volker Heim, dem ehemaligen stellvertretenden Schulleiter der ASS und verdienten Sportfunktionär, benennt die Stadt Offenbach die Sporthalle der Albert-Schweitzer-Schule in „Volker-Heim-Halle“ um.

2011: Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Fertigstellung des Altbaus

2012: Auszeichnung der ASS als „MINT-freundliche Schule“

2013: Einrichtung der „Junior-Ingenieur-Akademie“
Benefizkonzert mit Albert Schweitzers Enkelin an der ASS
ASS beschließt im Dezember die Rückkehr zu G9 ab dem Schuljahr 2014/15.

2014: Aufnahme der ASS in das Projekt “Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ (Pate: Michael Gross, Olympiasieger)

2015: Die ASS wird in nationales Excellence-Schulnetzwerk für MINT-Spitzenförderung aufgenommen. Erneute Auszeichnung der ASS als „MINT-freundliche Schule“

2016: Die Albert-Schweitzer-Schule wird in den Kreis der sogenannten Selbstständigen Schulen aufgenommen.
Prof. Dr. Alexander Lorz (Hessischer Kultusminister) zu Besuch an der ASS
Bei der Aufnahmefeier der Fünftklässler konnte die ASS hohen Besuch begrüßen: Peter Beuth (Hessischer Staatsminister des Inneren und Sports) verfolgte mit großem Interesse die Feier in der Alten Halle der ASS.
Bundespräsident Joachim Gauck würdigt bei seinem Besuch in Offenbach die Integrationsarbeit der Stadt im Allgemeinen und der ASS im Besonderen. ASS-Schüler begegnen dem Bundespräsidenten an der der THS.

2017: Die ASS wird in das „Nationale Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC“ aufgenommen.

Peter Koch / Dr. Dirk Lemmermann