Der Schüleraustausch nach Gonesse (Frankreich) fand vom 3.-10. Juni 2012 statt. Insgesamt nahmen 16 SchülerInnen aus den 8. und 9. Klassen teil. Mit Frau Coloma Heidel und Frau Hellmann erlebten wir eine sehr schöne Woche. Hier folgt ein kleiner Rückblick:

Sonntag:
Nach einer 4-stündigen Fahrt mit dem ICE erreichten wir um 13 Uhr den Pariser Bahnhof „Gare de l’Est“. Dort warteten unsere Gastfamilien schon ungeduldig und wir verbrachten mit ihnen den restlichen Tag. Wir waren zum Beispiel in Paris oder guckten uns die Gegend in Gonesse an – die Stadt, in der unsere Partnerschule liegt.

Montag:
Der Tag begann mit einer Führung durch die Partnerschule – das „Collège Philippe Auguste“ in Gonesse. Danach machten wir mit der deutschen Gruppe eine Tour durch Paris, um die „monuments“ zu sehen. Wir waren in der Kathedrale ,,Notre-Dame“ und anschließend unternahmen wir eine Bootsfahrt von Notre-Dame bis zum Eiffelturm. Auf der Fahrt sahen wir verschiedene Sehenswürdigkeiten wie den „Louvre“, das „Hôtel de Ville“ und die „Champs-Elysées“. Danach gingen wir zum „Arc de Triomphe“, dem Triumphbogen, von wo aus wir in Kleingruppen shoppen gehen konnten.

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Dienstag:
Wir waren im ,,Stade de France“, dem größten Fußballstadion Frankreichs. Dort führte uns Ruben, ein holländischer Guide, durch das ganze Stadion. Wir waren sogar in den Kabinen und konnten die Trikots der französischen Nationalspieler sehen und auch anfassen. Besonders interessant war der Blick in den Bereich, in dem sich der Whirlpool befindet, welcher den Spielern der Nationalmannschaft zur Verfügung steht. Im Anschluss hatten wir noch zwei Stunden Schule und konnten so erste Unterschiede zwischen dem deutschen und dem französischen Schulsystem entdecken.

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Mittwoch:
Am Mittwoch waren wir von 8:25 Uhr bis 12:30 Uhr in der Schule und nahmen am Unterricht teil. Die Unterrichtsstunden dauern nicht (wie bei uns in Deutschland) 45 Minuten, sondern 55 Minuten. Bis zum Schulschluss (normalerweise 17 Uhr, mittwochs aber schon um 12:30 Uhr!) gibt es nur eine große Pause, die wie bei uns 15 Minuten dauert und eine Mittagspause, die 90 Minuten dauert. Nach der Schule waren wir fast alle gemeinsam mit unseren Austauschpartnern shoppen im ,,O’Paris Nord“, einem großen Einkaufszentrum.

Donnerstag:
Da unser Austausch unter dem Motto „Kommunikation“ stand, waren wir mit den Franzosen im Geburtshaus und Museum von Louis Braille, dem Erfinder der Blindenschrift.

Dort lernten wir sogar, die Blindenschrift zu lesen und zu schreiben. Danach waren wir in einer Schule, in der Hunde als Blindenhunde ausgebildet werden. Die Hunde kommen im Alter von 2-3 Monaten dorthin und werden getestet, ob sie als Blindenhund geeignet sind. Ein wichtiges Kriterium ist zum Beispiel, dass die Hunde in jeder Situation ruhig bleiben. Wenn sie geeignet sind, werden sie ungefähr ein Jahr lang ausgebildet. In der Schule ist sogar eine kleine Stadt nachgebaut, um die Hunde an das Stadtleben zu gewöhnen. Wir bekamen sogar eine kleine, sehr interessante Vorführung..

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Freitag:
Die Franzosen hatten zunächst zwei Stunden ohne uns Unterricht und wir bereiteten eine Überraschung für die am Abend stattfindende Abschiedsfeier vor: Am Vortag hatten wir Fotos mit unseren AustauschschülerInnen gemacht, die wir nun in eine PowerPoint-Präsentation einarbeiteten, begleitet von einem kleinen Text mit persönlicher Widmung. Zudem schrieben wir Abschiedsbriefe für unsere neuen Freunde und ihre Familien, die wir ihnen am Abend übergeben wollten. Anschließend bastelten wir gemeinsam mit unseren AustauschschülerInnen Plakate, die unsere Erlebnisse festhalten sollten.

Nach unserer Rückkehr werden sie auch bei uns in der Albert-Schweitzer-Schule zu sehen sein: Im Gang zwischen dem Haupteingang und der Mensa werden sie aushängen und so auch für alle anderen SchülerInnen und LehrerInnen zu sehen sein.

Nachmittags machten wir von 14-17 Uhr einen Einführungskurs zum Thema Gebärdenspräche, der sehr interessant war und bei dem wir lernten, wie man bestimmte Begriffe in der Gebärdensprache ausdrückt. Dazu war Bruno, ein taubstummer Lehrer, extra in das Collège Philippe Auguste gekommen, um mit uns zu üben. So sollten wir zunächst immer raten, wie man einen Begriff, den er uns auf Blättern oder auf dem SMART-Board zeigte, ausdrücken konnte. So hatten wir manchmal viel zu lachen mit ihm, da wir mit unseren Gebärden ganz andere Dinge ausdrückten, ohne es zu wissen.

Nach dieser sehr beeindruckenden praktischen Übungsphase kam eine Dolmetscherin für Taubstumme zu uns, mit deren Hilfe es möglich war, mit Bruno über seinen Alltag zu reden und ihm Fragen zu stellen. So fanden wir zum Beispiel heraus, dass es auch für Taubstumme möglich ist zu telefonieren: Man ruft in einer Zentrale an, in der Dolmetscher für Gebärdensprache angestellt sind. Dazu gibt man dem Dolmetscher die Nummer des Gesprächspartners an, mit dem man sich austauschen möchte. Mithilfe einer Kamera, die sich an einem Computer oder auf dem Handy befindet, gibt man dann den zu übermittelnden Text weiter und der Dolmetscher, der den gewünschten Gesprächspartner nun angerufen hat, überträgt das Gesehene in gesprochene Sprache und übersetzt das Gehörte für den Taubstummen in Gebärdensprache. Das ist zwar nicht ganz billig, wird jedoch staatlich subventioniert und öffnet auch Taubstummen neue Kommunikationswege.

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Die Schule war nach diesem interessanten Einblick in die Welt von Taubstummen um 17 Uhr aus. Schon um 18:30 Uhr fing die Feier an, um uns von den anderen zu verabschieden, da wir am Sonntag schon sehr früh fahren und nicht viel Zeit für einen langen Abschied haben würden. Nach dem Austausch der Abschiedsgeschenke gab es ein tolles Büffet, das die Eltern unserer Austauschschüler vorbereitet hatten, und wir tanzten ausgelassen. So ging eine schöne Woche in der Schule mit der gesamten Gruppe zu Ende.

Samstag:
An diesem letzten Tag unternahm jede/r Austauschschüler/in etwas mit seiner Gastfamilie, zum Beispiel einen Ausflug ins Disneyland oder in den Asterix-Park. Manche machten erneut eine Tour durch Paris. Ein Schüler machte sogar mit seiner Gastfamilie einen Tagesausflug in die Normandie, eine Region im Norden Frankreichs.

Sonntag:
Wir trafen uns um 6:50 Uhr am Bahnhof, um dann um 7:25 Uhr die Rückreise anzutreten – viel zu früh, aber so fiel uns aufgrund der frühen Stunde der Abschied nicht ganz so schwer. Letztlich kamen alle wohlbehalten an, wir sind in keinem Tunnel stecken geblieben und der Zug ist ganz geblieben. 😉

Am Frankfurter Hauptbahnhof bzw. am Offenbacher Marktplatz wurden wir herzlich von unseren Familien empfangen, die froh waren, uns nach einer Woche gesund und munter wiederzusehen.

Insgesamt verbrachten wir eine unvergessliche Woche miteinander, in der wir sehr viel lernten  und in der sich Freundschaften gebildet und vertieft haben. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen.

A bientôt, nos amis! Vous allez nous manquer.

Mai Chu und Nicole Stabs (Kl. 9c)