Der Lehrausflug zum Hessischen Landtag führte den PoWi-Leistungskurs (Q1) von Herrn Kaminski am 22. November 2012 nach Wiesbaden.

Wir fuhren mit der S-Bahn nach Wiesbaden und erreichten gegen 9 Uhr die Gebäude des Landtags. Zuerst wurden wir von zwei sympathischen Damen begrüßt, die uns nach kurzen Anweisungen durch den Landtag führten und uns dabei die diversen Räumlichkeiten erklärten.

Besuch Hessischer Landtag (2012) 2
Kurz darauf wurden wir in den Mediensaal gebeten, wo wir eine Powerpoint-Präsentation über den Landtag ansahen. Wir erfuhren, wo und warum sich der Landtag in Wiesbaden befindet,  was dort passiert und wie die Geschichte sowie Architektur des Landtages (Neubau!) zusammenhängen.

Nach der Präsentation gingen wir in den Plenarsaal. Dies ist der Raum, in dem die Abgeordneten über wichtige Themen diskutieren. Bei unserem Besuch wurde über das Bildungssystem in Hessen diskutiert, das uns ja besonders vertraut ist. Es wurden die Vor- und Nachteile von G8 und G9 besprochen und die Frage erörtert, ob Hessen die Ganztagsschule flächendeckend einführen solle. Jeder Redner hatte zehn Minuten Zeit, seine Ziele und die Absichten seiner Partei dem Landtag zu präsentieren. Auch können die Vorschläge einer anderen Partei (zum Teil sehr scharf) kritisiert werden. Oft bezogen sich die Rednerinnen und Redner aufeinander und versuchten, das vorher Gesagte ad absurdum zu führen oder lächerlich zu machen.

Uns Schülern gefiel die Lebendigkeit und der Witz der Debatte sehr. Die Redner sprachen abwechselnd, sortiert nach den vertretenen Fraktionen. Sie gehörten also immer einer anderen Partei an. In Hessen sind die CDU, die SPD, die FDP, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und DIE LINKE im Landtag vertreten.

Besuch Hessischer Landtag (2012) 1

Zum Schluss führten wir noch ein Gespräch mit einer Abgeordneten der SPD, Frau Heike Habermann. Wir konnten ihr, nach Themen sortiert, Fragen stellen, auf die sie uns ausführlich antwortete, z.B. ob sie als Volksvertreterin nach ihrem Gewissen handele  oder ob sie einer Fraktionsdisziplin (kritisch: „einem Fraktionszwang”) unterliege. Sie antwortete darauf, dass keine Mehrheit zusammen komme, wenn jeder nur nach seinem Gewissen handelte. Bei einzelnen Themen spiele das Gewissen jedoch eine große Rolle. Dafür  brauche man aber gute Gründe, vor allem wenn die betreffende Partei in der Regierung (Exekutive) sei. Des Weiteren sagte sie, dass das Gewissen individuell sei, die Menschen jedoch auch ein kollektives Gewissen hätten, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Der interessante Tag in Wiesbaden klang mit einem gemütlichen Zusammensein der Schülerinnen und Schüler mit ihrem Lehrer aus, bevor wir alle wieder in das uns vertraute Offenbach fuhren.

Aaron Schumacher (Q1) und Jürgen Kaminski [12/2012]