Erfolgsautor Jordi Sierra i Fabra in der ASS

Welch große Ehre den Albert-Schweitzer-Schülern am 13. Dezember 2012 zuteil wurde, war vielen zunächst gar nicht bewusst. Jordi Sierra i Fabra, einer der berühmtesten Schriftsteller Spaniens, kam nach Offenbach an unsere Schule und gab in der Alten Halle eine Leseprobe aus seinem 2003 erschienenen Bestseller „Frontera” („Grenze”) zum besten.

Alle Oberstufenschülerinnen und -schüler, die in Spanisch unterrichtet werden, nahmen an der Lesung teil und waren keineswegs unvorbereitet. Der freundlichen Begrüßung und Einführung von Frau Ivan (Deutsch- und Spanischlehrerin) und Frau Lorz (stellvertretende Schulleiterin) folgten Präsentationen und Kurzreferate von einigen Schülerinnen und Schülern.

Lesung spanisch Dez 2012 - klein 2
(Foto: Beatrice Grimm)

Sie informierten souverän jeweils fünf Minuten z.B. über das Leben von Jordi Sierra i Fabra und gaben eine kurze Zusammenfassung sowie Kommentare zu “Frontera” und zwei weiteren Werken Sierra i Fabras: „La música del viento” (Die Musik des Windes) und „La memoria de los seres perdidos” (Die Erinnerung der verlorenen Wesen). Der Autor hörte ebenso wie die anwesende Schülerschaft gespannt zu und versuchte einen der vortragenden Schüler davon abzuhalten, sein Geburtsdatum preiszugeben. Damit löste der humorvolle Schriftsteller die Anspannung, die in der alten Halle zu spüren war. Sierra i Fabra trat sehr offen, sympathisch und herzlich auf und las einige Seiten aus der vorgestellten Lektüre „Frontera”, die an vielen Schulen im Spanischunterricht behandelt wird.

Jordi Sierra i Fabra-Frontera
Die Geschichte handelt von der 14-jährigen Amina, die in Spanien lebt. Mitten in der Pubertät soll sie auf Wunsch ihrer Eltern in ihr Herkunftsland Marokko zurückkehren, um mit einem 50-jährigen Mann verheiratet zu werden, den sie gar nicht kennt. Aus Angst flüchtet Amina und zieht vorläufig bei ihrer besten Freundin Estefanía ein. Damit beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt.

Den kulturellen Konflikt zwischen Tradition der Zwangsheirat und Selbstbestimmung verpackt der spanische Jugendbuchautor in einen sehr realitätsnahen Roman. Dabei bezieht sich Sierra i Fabra auch auf den Bürgerkrieg in Spanien von 1936 bis 1939. Durch die im Spanischunterricht angeeigneten Kenntnisse über den Inhalt, den Frau Ivan mit ihrem Spanisch-Leistungskurs (LK) in der Qualifikationsphase (Q1) behandelt hatte, konnten wir Schüler die Leseprobe auf emotionaler Ebene verfolgen.

Als Amina bei Estefanía lebt, schreibt sie einen Abschiedsbrief an ihre Mutter. Der Spanisch-LK der Q1 verfasste fiktive Antwortbriefe aus der Perspektive von Aminas Mutter. Davon kamen zwei in die engere Auswahl. Deren Verfasserinnen Rebecca Mauerer (Leibnizschule) und eine ASS-Schülerin hatten die ehrenvolle Aufgabe, ihre Briefe dem bekannten Schriftsteller vorzutragen.

Lesung spanisch Dez 2012 - klein 1
(Foto: Miriam Ivan)

Beide beeindruckten Sierra i Fabra, der von dem Inhalt sehr berührt war. Er meinte, dass man Rebeccas Brief veröffentlichen könne. Asiminas Brief nahm er sogar mit nach Hause, da er von dessen leidenschaftlichem und realistischem Inhalt sehr angetan war.

Zum Abschluss wurden Sierra i Fabra noch Fragen zu seiner Person und zu seinem Roman „Frontera” gestellt. Er erklärte, dass er beim Schreiben seinem Instinkt folge und nicht an Perfektion glaube. Er suche nach wahren Begebenheiten, also realen Geschichten, und könne sich an jedes seiner weit mehr als 400 Bücher erinnern. Mit „Frontera” möchte er zeigen, dass jeder seinen eigenen Wünschen und Zielen nachgehen solle.

Auf der Homepage des „Schweitzer Käseblattes” – die Online-Schülerzeitung der ASS – haben wir einen kurzen Ausschnitt aus dem Interview veröffentlicht.

Am Ende der Veranstaltung zeigte sich Sierra i Fabra restlos begeistert und stellte sich für Fotos zur Verfügung. Der Besuch des spanischen Autoren, der von Frau Ivan mit Unterstützung des Klett-Verlags organisiert wurde, bildete für einige Schülerinnen und Schüler den Höhepunkt in ihrer bisherigen schulischen Laufbahn.

Wir bedanken uns im Namen aller Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer bei allen Verantwortlichen und Beteiligten für dieses bereichernde und unbeschreiblich schöne Erlebnis und hoffen, dass es auch Jordi Sierra i Fabra gefallen hat, der uns einen kurzen, aber sehr unterhaltsamen Einblick in seine Arbeiten bot. Zudem sind wir sehr stolz da rauf, zu einem kleinen Kreis von Schülern in Deutschland zu gehören, die seiner Leseprobe lauschen durften.

Jordi Sierra i Fabra1
(Foto:  © Francesc Gómez)

Und nun zu guter Letzt: ¡Muchísimas gracias por todo. Quedará un día inolvidable!

Patricia Kaschky (Q1)   [12/2012]