In diesem Jahr fand im Frankfurter „Dialogmuseum“ zum 7. Mal die Aktion „UNSICHTBARER FREUND“ statt, für die wir uns beworben hatten. Von 112 Bewerbungen wurden nur 26 zur Teilnahme ausgelost – und wir, die Klasse 6a der ASS, gehörten dazu. So kam es, dass wir uns am 14. Januar 2014 mit unserer Klassenlehrerin, Frau Tsatsa, und Herrn Winkler nach der vierten Stunde auf den Weg nach Frankfurt ins Dialogmuseum machten. 

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Dort angekommen, wurden wir zunächst ganz freundlich empfangen und in einen Aufenthaltsraum gebracht. Wir bekamen einen vierseitigen Fragebogen zum Thema „Blindheit und Sehbehinderung“, den wir ohne Hilfestellung und noch vor der Führung sorgfältig lesen und ausfüllen mussten.

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Im Anschluss wurden wir in kleinen Gruppen von blinden Mitarbeitern des Dialogmuseums über die Blindenschrift (Punktschrift) informiert, die vor ganz vielen Jahren Louis Braille im Alter von 12 Jahren (!) erfunden hat, und durch verschiedene lichtlose Ausstellungsräume geführt. Mit Blindenstöcken mussten wir den Weg finden. Es ging hinauf auf eine Brücke, vorbei an einer Telefonzelle und an einem Mini Cooper (Auto) und über die Straße.

Dialogmuseum -3 klein Die Braille-Schrift

 

Zuletzt konnten wir uns in der „Dunkelbar“ eine Kleinigkeit zum Essen und zum Trinken kaufen. Dort bestand die Schwierigkeit, in der Dunkelheit zu bezahlen und das Wechselgeld zu kontrollieren. Auch das Essen und Trinken im Dunkeln war eine Herausforderung.

Nach 45 Minuten kamen wir wieder im Hellen an. Nachdem wir uns an das Tageslicht gewöhnt hatten, erfolgten Aufgaben und Übungen außerhalb des Gebäudes, ebenfalls gemeinsam mit blinden Menschen. Hier sollten wir z.B. einem blinden Menschen über die Straße helfen oder mit ihm in den EDEKA zum Einkaufen gehen. Als wir auch das gemeistert hatten, durften wir zunächst die Blindenschrift ausprobieren.

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Danach konnten wir einem Mitarbeiter des Dialogmuseums ganz viele Fragen stellen. Was wir erfahren haben, war wirklich beeindruckend: Blinde Menschen können elektronische Post ohne fremde Hilfe lesen und sie surfen im Internet. SMS und andere Netzwerke sind für sie kein Problem. Sie arbeiten, lesen, machen Sport, gehen aus und haben Spaß. Es gibt mittlerweile ganz viele Hilfsmittel, die ihnen ermöglichen, genauso zu leben wie wir und alles zu machen, was wir auch machen.

Am Ende erhielt jeder von uns ein Diplom und eine Anstecknadel und jeder von uns darf sich nun „UNSICHTBARER FREUND“ nennen. Wir sind jetzt befähigt, blinden Menschen zu helfen.

Leider ging dieser Tag sehr schnell vorbei, doch jeder von uns konnte mit ganz vielen Eindrücken und neuen Erfahrungen nach Hause gehen!

Sarah Eddouz und Emilia Komin (Kl. 6a)