Film-Kolloquium „1 franco 14 pesetas“ des Regisseur Carlos Iglesias (Spanien/Schweiz)

Am Montag, den 17. Februar 2014 machten sich Spanischkurse der Albert- Schweitzer-Schule aus der E2, Q2 und Q4-Phase unter der Begleitung von Herrn Camacho López und Herrn Alvarez auf den Weg nach Frankfurt, um dort das Instituto Cervantes zu besuchen.

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Dieses bot in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Spanischlehrerverband (Hessen) und dem Centro Cultural Gallego (Frankfurt am Main) eine Filmvorführung des Filmes „1 Franco 14 pesetas“ für Schüler aus dem Kreis Frankfurt und Offenbach an. Danach sollte es die Möglichkeit geben, sich mit dem Regisseur Carlos Iglesias über dessen Werk auf Spanisch auszutauschen.

Der Film spielt im Jahr 1960, zur Zeit der Diktatur Francos in Spanien. Die beiden Protagonisten Martin und sein Freund Marcos haben zu Beginn des Filmes sehr unter der herrschenden Krise in ihrem Heimatland zu leiden. Als Martin seine Arbeit in einer Werkstatt verliert, beschließen beide, in die Schweiz auszuwandern, um dort das große Geld zu machen. Zuerst alleine, schließlich unterstützt von ihren Familien, müssen die beiden Spanier sich in der völlig anderen Kultur und Lebensweise der Schweizer zurechtfinden.

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Nach fünf Jahren fasst die Familie den Entschluss, wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Doch inzwischen haben sie sich längst an das Leben in dem fremden, jetzt doch so vertrauten Land gewöhnt. Besonders für den Sohn Martins, der sich kaum an das Leben in Spanien erinnern kann, ist es schwer, seine jetzige Heimat zu verlassen.

Da der Regisseur Carlos Iglesias leider verhindert war, sprang eine der Hauptdarstellerinnen des Films für ihn ein und nahm an der anschließenden Diskussion teil. Die Podiumsdiskussion führte Herr Camacho López in Vertretung des Deutschen Spanischlehrerverbandes (Hessen) durch. Es stellte sich heraus, dass der Film für Isabel Blanco einen ganz persönlichen Hintergrund hatte. Sie selbst war als Kind einer spanischen Familie aus finanziellen Gründen in der Schweiz aufgewachsen. Von der Diktatur Francos bekam sie deshalb eher weniger mit. Auch für sie ist die Frage nach ihrer eigentlichen Heimat nie wirklich geklärt worden, denn sie fühlt sich sowohl dem einen als auch dem anderen Land zugehörig.

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Im Publikum gab es viele Schüler, denen es ähnlich geht. Ihre Eltern sind zwar als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen, haben aber ihre Wurzeln behalten. „Wenn ich in Guatemala bin, bin ich der Deutsche. Hier in Deutschland bin ich der aus Guatemala“, sagte ein Junge aus dem Publikum, der von seinen eigenen Erfahrungen mit zwei Heimatländern berichtete.

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Für die Schüler bot dieser Ausflug eine tolle Möglichkeit, sich mit dem Thema der eigenen Zugehörigkeit auseinanderzusetzen, Einblicke in andere Lebensweisen zu bekommen und mit der Arbeit einer Schauspielerin in Kontakt zu kommen.

Lea Noll (Q4)
[2/2014]