Anlässlich unserer bevorstehenden Musical-Aufführungen bekamen die ASS-Chöre am 14. März 2014 Besuch von Rainer Pudenz, dem Regisseur der Kammeroper Frankfurt, und seiner Assistentin Simone Jürgens. Von ihnen erhofften wir uns hilfreiche Tipps zur Umsetzung unseres großen Vorhabens.

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Der Treffpunkt war unser zukünftiger „Tatort“, die Alte Halle der ASS, wo wir uns zunächst alle einander vorstellten und den beiden dann die Gegebenheiten der Halle und vor allem die Bühne genau zeigten. Herr Pudenz verhielt sich den Räumlichkeiten gegenüber sehr begeistert und erklärte uns, dass er für Musicals die kleine Bühne bevorzuge, wir aber ruhig das komplette Ambiente, z.B. die Galerie, mit einbeziehen sollten.

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Danach setzten wir uns im Musikraum in einer Runde zusammen, um Fragen zur Gestaltung an Herrn Pudenz loswerden zu können. Natürlich interessierte uns zuerst, wie er selbst zu seinem Beruf gekommen war. Bereitwillig erzählte er, dass er ursprünglich Balletttänzer werden wollte, zunächst Assistenzen an der Oper verrichtete und daraufhin begann, auch selbst Stücke in kleineren Hallen zu inszenieren. Bei dieser Berufsrichtung blieb er dann letztendlich und wurde Regisseur.

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Von uns wollte er wissen, worum es in unserem Stück „Schockorange“ geht und wer welche Figur in den Musical spielt. Für ihn sei die Arbeit an der Rolle sehr wichtig, denn man müsse sich genau in die Personen hineinversetzen können, um diese authentisch verkörpern zu können. Hierfür biet es sich an, diese Personen im echten Leben zu beobachten, also zu schauen, wie sich z.B. ein Banker im wahren Leben verhält, um dann bestimmte Verhaltensstrukturen in die Rolle einfließen lassen zu können.

Frau Jürgens riet uns daraufhin, dass jeder zu seiner Figur eine Rollenbiografie entwerfen solle, um Eigenarten und die Beweggründe der Berufswahl der Personen klar ersichtlich gestalten zu können, damit jede Person individuell werden könne.

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Unsere Idee der Doppelbesetzung stieß bei beiden ebenfalls auf Begeisterung, da diese sehr ambitioniert und professionell wirken, dafür aber auch mehr Arbeit fordern würde.

Da ein weiterer wichtiger Faktor zum Übermitteln der Stimmung die Beleuchtung ist, erhielt die Licht-AG von Herrn Pudenz nochmal einen Einblick in die Farbenlehre von Goethe, bei der einzelne Farben bestimmten Gefühlen und Stimmungen zugeordnet sind (z.B. rot: Liebe, blau: Kälte). Auf die Frage nach Bühnenbildideen riet er uns allgemein, besonders abstrakte Strukturen nicht zu festlegend zu gestalten. Die Charaktere und Kostüme könnten sogar etwas übertrieben dargestellt werden, allerdings mit Alltagskleidung, sodass die Requisiten lustig und fantasievoll beim Betrachter ankommen.

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Am Ende des Treffens schenkte uns Herr Pudenz zwei T-Shirts der Kammeroper und einen Bildband, in dem man seine Inszenierungen betrachten kann und wünschte uns viel Erfolg für unser Musical.

Besonders überraschte uns nach dem Treffen, wie viel Herzblut man in die eigene Rolle stecken und wie intensiv man sich damit beschäftigen muss, damit diese realitätsnah vermittelt werden kann.

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Ausgestattet mit vielen professionellen Tipps können wir uns nun an die Arbeit für die Premiere am 1. Juli und die 2. Aufführung am 2. Juli um 19 Uhr  machen!

Julia Kopitzki, Q4
[3/2014]