PoWi-Kurse besuchen Point Alpha

Am 29. September fuhren wir, die Q3-PoWi-Kurse der Albert-Schweitzer-Schule, zur Gedenkstätte Point Alpha in Rasdorf bei Fulda und besichtigten diese.

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Zur Zeit des Kalten Krieges war Point Alpha einer von vier amerikanischen Beobachtungsstützpunkten an der innerdeutschen Grenze zwischen Hessen und Thüringen. Point Alpha galt als heißester und gefährlichster Punkt der Erde, da er der westlichste Punkt war, an dem sich die NATO und der Warschauer Pakt direkt gegenüber standen. Heute ist Point Alpha eine Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte, die die Besucher an die damaligen Verhältnisse an der Grenze zwischen Ost und West erinnern soll.

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Nach einer zweistündigen Fahrt kamen wir um 10 Uhr am Point Alpha an und wurden für die Museumsführung in vier Gruppen aufgeteilt. Zuerst besuchten wir das sogenannte „Haus auf der Grenze“. Die darin gezeigte Ausstellung über das DDR-Grenzregime und das Leben im Sperrgebiet präsentiert zum einen originale Ausstellungsstücke aus dem Osten wie den Grenzzaun, Uniformen, Waffen und Selbstschussanlagen. Zum anderen werden in der Multimedia-Ausstellung „Freiheiten!“ die Lebensgeschichten von Grenzsoldaten und Flüchtenden erzählt.

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Als nächstes gingen wir zu Fuß zum etwa 700m entfernten US-Camp Point Alpha. Auf dem Weg dorthin waren die unterschiedlichen Stadien der Grenzentwicklung, von der einfachen Straßensperre bis hin zum Metallgitterzaun mit Wachturm, detailgetreu nachgebaut, sodass wir die zeitliche Entwicklung der innerdeutschen Grenze erleben und nachvollziehen konnten.

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Zuletzt besichtigten wir dann den ehemaligen, heute unter Denkmalschutz stehenden amerikanischen Stützpunkt Point Alpha. In den original erhaltenen Gebäuden zeigt eine Dauerausstellung zum Thema „Kalter Krieg und die militärische Konfrontationssituation im Grenzgebiet“ Ausstellungsstücke wie beispielsweise US-Militärfahrzeuge und -ausrüstungen. Darüber hinaus konnten wir auf den ehemaligen Grenzturm der Amerikaner hochsteigen und uns ein umfassendes Bild der Anlage machen.

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Während der Führung erzählte unser Museumsführer uns auch von seinen eigenen Grenzerfahrungen. Er war bis zur Wiedervereinigung im westdeutschen Grenzgebiet bei Point Alpha als Förster tätig und erlebte den Alltag am Grenzzaun somit selbst mit.

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Nach der zweistündigen Führung trafen wir uns alle zu einem gemeinsamen Mittagessen im Stützpunkt Point Alpha wieder und tauschten uns über unsere Eindrücke und Erfahrungen aus.

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Mich beeindruckte der Ausflug zu Point Alpha sehr, da ich mir erstmals ein wirkliches Bild der damaligen Verhältnisse machen konnte. Natürlich wusste ich von der Mauer und der Tatsache, dass Deutschland geteilt war. Aber zu sehen, wie sich diese Grenze tatsächlich auf den Alltag der Menschen ausgewirkt hat, stimmte mich schon nachdenklich. Darum finde ich es sehr wichtig, dass dieser Teil unserer Geschichte auch in der heutigen Zeit nicht vergessen wird.

Laura Resag (PoWi-LK Q3)
[11/2015]

Fotos: Robin Günther (Q3)