Nach erfolgreicher Teilnahme am Schulwettbewerb „alle für EINE WELT für alle“ des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik 2015/2016 live auf Sendung im Offenen Kanal

Die Edith-Stein-Schule (ESS) und die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) haben ein Kooperationsprojekt gestartet und am Schulwettbewerb „alle für EINE WELT für alle“ des Bundespräsidenten teilgenommen.

Kooperation ESS ASS 2016 06

Wir (Frau Cloos und Frau Tsatsa) sind schon lange auf der Suche nach einem schulübergreifenden Projekt gewesen, um die Barrieren und Vorurteile, die zwischen den Schülerinnen und Schülern (im folgenden Schüler) beider Schulformen herrschen, abzubauen. Das Thema „Flüchtlinge in Offenbach“ hat zu dieser Zeit sowohl die Schüler als auch die Lehrerinnen und Lehrer an beiden Schulen beschäftigt und wurde unterschiedlich erfahren.

Kooperation ESS ASS 2016 02

Nachdem im September 2015 auf der einen Seite in der Turnhalle der ESS von heute auf morgen Flüchtlinge untergebracht worden sind, entstand in der Schule eine Diskussion unter den Schülern sowie unter den Kollegen. Der Grund für diese Diskussion war vor allem die Tatsache, dass diese Entscheidung der Stadt Offenbach nicht angekündigt wurde und vor allem die Schüler vor einer für sie befremdlichen Situation standen, denn sie erfuhren nicht nur, wie Geflüchtete auf engem Raum in der Fremde in Notunterkünfte untergebracht wurden, sondern auch, wie alle Schulmitglieder und Nachbarn sowie Menschen, die zufällig an der Schule vorbeigelaufen sind, auf diese Situation reagierten. Dabei waren Reaktionen sehr unterschiedlich geprägt: von Neugierde, Angst, Mitleid, Trauer, usw.

Kooperation ESS ASS 2016 08

Aus dieser Situation heraus entstand für die Schüler die Idee für ein Aufklärungsvideo. Den Schülern war es ein Bedürfnis, andere Schüler darüber aufzuklären, dass Flüchtlinge Menschen sind, und dass man vor Flüchtlingen grundsätzlich keine Angst haben muss. Wohl wissend, dass eine neue und unbekannte Situation immer solche Gedanken und Gefühle bei Menschen auslöst, war es den Schülern ein Bedürfnis zu zeigen, wie Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, nach Deutschland gekommen sind und was sie dabei und bei ihrer Ankunft in Deutschland erlebt und gefühlt haben.

Kooperation ESS ASS 2016 01

Auf der anderen Seite organisierte seit dem Sommer 2015 die Schulgemeinde der ASS in Zusammenarbeit mit dem Arbeiter-Samariter-Bund Offenbach (ASB) Projekte, um minderjährige unbegleitete Jugendliche, die aus ihrer Heimat geflohen sind, zu integrieren. So hat sich eine Kooperation mit der ESS ohne Bedenken angeboten, denn das gemeinsame Projekt hat beiden Schulen ermöglicht, Unterschiede zu verbinden.

Für das Projekt konnten elf Schüler der ASS und neun Schüler der ESS begeistert werden, die bis zum Ende engagiert mitgearbeitet haben.

Kooperation ESS ASS 2016 07

Darüber hinaus konnten zwei junge syrische Flüchtlinge für das Projekt gewonnen werden, die die Schüler in mehrfacher Hinsicht ehrenamtlich während des gesamten Projektes begleiteten und unterstützten. Die zwei jungen Männer im Alter von 21 und 23 Jahren haben in Syrien und im Libanon bereits als Fotografen und Filmemacher gearbeitet und unterstützen die Schüler nicht nur inhaltlich, sondern auch als Filmexperten. Vor allem durch diese Zusammenarbeit konnten die Schüler aus erster Hand erfahren, wie sich Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, fühlen, welchen Weg sie gehen mussten und wie sie in der „neuen Heimat“ aufgenommen werden.

Weiterhin wurden die Schüler durch Mitarbeiter der Medienetage der KJK Sandgasse Offenbach unterstützt.

Da mit Schülern aus zwei verschiedenen Schulen gearbeitet wurde, war es nicht möglich, das Projekt in den Regelunterricht einzubetten. Dies bedeutet, dass die Projektgruppe ausschließlich außerschulisch gearbeitet hat. Mehrere Gruppen, wie zum Beispiel die Gruppe, die für das Drehbuch zuständig gewesen ist, setzten sich mehrfach in den Weihnachtsferien zusammen. Auch hat ein Teil der Projektmitglieder während der Entstehungsphase das obligatorische Schulpraktikum absolviert, sodass viele Treffen erst spät am Nachmittag oder an den Wochenenden stattfinden mussten. Alle Schüler legten ein sehr hohes Engagement und Durchhaltevermögen an den Tag. Insgesamt arbeiteten alle von Mitte November bis Ende Februar zusammen an diesem Projekt, sodass am 1. März 2016 das Video mit dem Titel „Gemeinsam Vielfalt leben – Wir sind alle Menschen“ eingereicht werden konnte.

 

Kooperation ESS ASS 2016 04

Das Ergebnis:

Eine unabhängige Hauptjury des Schulwettbewerbs des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik tagte Mitte April in Bonn und kürte die Preisträgerbeiträge. 146 von 627 Beiträgen wurden in der ersten Stufe des Bewertungsverfahrens an die Jury weitergegeben – auch unser Beitrag kam in die enge Auswahl!

Den ersten Platz konnten wir leider nicht belegen, dennoch hat sich die Zusammenarbeit sehr gelohnt, denn unsere Schüler sind um viele Erfahrungen und Freundschaften reicher geworden!

Über diese Erfahrungen und Freundschaften konnten die Schüler am 27. April 2016 in einer Live-Sendung im Offenen Kanal berichten.

Neugierig geworden? Dann schaut euch folgenden Link an:

http://www.mediathek-hessen.de/medienview_13713_Norbert-Bommersheim-MOK-Rhein-Main-Standby–Das-Yougendmagazin.html

 

[Tsa, Clo – 5/2016]