“Den der schwarze Wolf begleitet” – dies ist der ausdrucksvolle mythologische Beiname von Wade Fernandez, eines bekannten indianisch-amerikanischen Musikers und Aktivisten, der gestern zusammen mit seinem Musikerkollegen Mitch “Walking Elk” zum zweiten Mal die Albert-Schweitzer-Schule besuchte.

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Nach dem großen Zuspruch, den wir letztes Jahr beim Besuch der beiden außergewöhnlichen Musiker erfuhren, bestand vielerorts das Bedürfnis, einen solchen Workshop mit ausgesuchten Schüler/innen der 8. Klassen und deren Englischlehrern zu wiederholen.

Dr. Michael Koch vom Stadtjugendamt ist es zu verdanken, dass Mitch und Wade den Besuch an der ASS in ihre Deutschland-Tournee einbauen konnten, nachdem sie am Vorabend ein Konzert im KJK Sandgasse gegeben hatten.

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Im 8. Schuljahr steht im Fach Englisch das Thema “Amerika” auf dem Lehrplan, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Geschichte der Ureinwohner liegt. Daran anknüpfend stellten die äußerst motivierten und gut vorbereiteten Schüler den Gästen zahlreiche, durchaus tiefgehende Fragen, so z. B. zum Spannungsfeld zwischen traditionellen und modernen Lebensformen, zur indianischen Spiritualität oder auch zu sozialkritischen Themen wie “forced assimilation” oder “stereotypes”.

Beim Thema “Kompensation für erlittenes Unrecht” tut sich die amerikanische Regierung bis heute schwer, eine “Entschuldigung” zu formulieren. Umso wichtiger ist es für die Nachkommen der Ureinwohner, ihre Sprache, Rituale und Verbundenheit mit der Natur am Leben zu erhalten und weiterzugeben.

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Einen weiteren Schwerpunkt dieses Workshops bildeten die musikalischen Einlagen. Beide Musiker zählen zu den Urgesteinen des Native American Rock; sie gaben Kostproben ihrer Lieder auf Englisch und in der Menominee-Sprache, begleitet von Flöte und akustischer Gitarre. Die Schüler kamen der Aufforderung zum Mitsingen des Refrains mit großer Begeisterung nach.

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Nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung stellten sich Wade und Mitch noch für die obligatorischen Selfies zur Verfügung und wurden von einzelnen Schülern und Kollegen zu einzelnen Themen weiter befragt.

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Insgesamt war der Native American Workshop auch für diesen Jahrgang eine lohnende Veranstaltung, nicht nur wegen der faszinierenden neuen Erkenntnisse, die wir gewannen, sondern auch wegen der Möglichkeit für unsere Schüler/innen, ihrer bisher erworbenen englischen Sprachfertigkeiten in einem authentischen Rahmen zur Anwendung zu bringen.

(Fotos: Klaus Schneider-Grimm)

[Lz – 5/2016]