Am 12. Oktober 2016 traf sich die “Finnland-AG” der Albert-Schweitzer-Schule Offenbach am Main gegen 7:15 Uhr am Frankfurter Flughafen.

Es herrschte ein wenig Aufregung, war es doch das allererste Mal, dass wir Schülerinnen und Schüler an einem Austausch teilnahmen. Vier Tage lang sollten wir nun das Land der tausend Seen und die finnische Kultur näher kennenlernen.

Knapp fünf Monate war es her, seit „die Finnen“ bei uns gewesen waren. Nun freuten wir uns sehr, zumindest einige von ihnen wiederzusehen.

Voll freudiger Erwartung kamen wir schließlich um 13.15 Uhr in Helsinki an und wurden dort von Lehrerin Aira und ihrer Deutschklasse in Empfang genommen.

Einige unbekannte Gesichter blickten uns an. Genau wie beim letzten Mal, als wir und die finnische Gruppe aufeinander gestoßen waren, verlief die erste Kontaktaufnahme zögerlich. Man sah sich zum ersten Mal. Doch wir glaubten fest, dass sich dies genauso schnell ändern würde, wie vor einigen Monaten bei der Gruppe, die uns in  Deutschland besuchen kam.

Zuerst fuhren wir mit dem Bus zur Finnisch-Russischen Schule (SVK), auf die unsere Gastgeber gehen. Dort angekommen erhielten wir ein kleines „Begrüßungsessen“ (unter anderem typisch finnische Piroggen) und einige Stadtpläne, sowohl von Helsinki als auch von der Insel Suomenlinna, die wir am Freitag besuchen würden.

Den Rest des Tages hatten wir freie Zeit, um in unseren Gastfamilien anzukommen, die Stadt zu erkunden oder wonach uns sonst noch der Sinn stand. Einige verabredeten sich abends in Helsinki zum Bowlingspielen, andere schauten gemütlich mit ihrer Herbergsfamilie einen Film. Der erste Tag war geschafft und ein wenig erschöpft fielen wir schließlich alle ins Bett.

Am nächsten Morgen lernten wir das finnische Schulsystem kennen und fuhren nach einem Mittagessen in der Schulkantine in die Stadt zur Sightseeingtour.

Unter anderem führte uns unser Weg durch die finnische Hauptstadt am Denkmal des Präsidenten Kekkonen, dem Reichstagsgebäude und natürlich dem Dom vorbei. Danach hatten wir Zeit, um in kleinen Gruppen selbstständig die Stadt zu erkunden und zu Mittag zu essen.

Erst um 17:30 Uhr trafen wir uns alle wieder, um gemeinsam zum Olympiastadion zu fahren, wo an diesem Abend ein Eishockey Spiel stattfand. Es war sehr interessant, den Nationalsport Finnlands auf den höchsten Rängen des Stadions kennenzulernen. Doch selbst, dass vierzehn Deutsche an diesem Abend fest die Daumen drückten, half nicht viel. Helsinki verlor leider 3:1.

Freitagmorgen fanden wir uns alle in finnischer Frische um 10:00 Uhr am Hafen ein. Mit der Fähre fuhren wir auf die nahegelegene Festungsinsel Suomenlinna, die unter anderem 1991 zum UNESCO Welt-Kultur Erbe ernannt wurde. Dort angekommen wurde uns die Geschichte der ehemaligen Verteidigungsanlage nahegebracht. Anfangs waren wir alle noch mit vollem Elan dabei, doch mit der Zeit galt unsere größte Aufmerksamkeit dem Abenteuer „finnische Kälte“.

Um ein wenig aufzutauen, erzählten einige beim Mittagessen in einer kleinen Kantine auf der Insel von ihren ersten finnischen Sauna-Erlebnissen. Mit vollem Magen wurden wir danach in Gruppen für eine Rallye eingeteilt. Unser Auftrag war es, Bilder von Suomenlinna zu schießen und anschließend damit ein Plakat zu gestalten. Nachdem die einzelnen Gruppen Zeit gehabt hatten, um auf Fotojagd zu gehen, kamen wir im Museum erneut zusammen. Als sich schließlich gegen 16:00 Uhr die Fähre wieder Helsinki näherte, beschlossen die meisten am Abend dem Jahrmarkt Linnanmäki einen Besuch abzustatten. Hier gab es eine riesige Achterbahnen, einen schwindelerregend hohen Freefall-Tower und ein gigantisches Riesenrad. Doch alleine die grandiose Beleuchtung der Fahrgeräte war eindeutig einen Besuch wert.

Den Samstag durften wir frei nach unserem Geschmack nutzen. So gingen einige in der Stadt bummeln, während andere mit ihrer Gastfamilie ein Museum besuchten. Nachmittags kamen wir alle an den Flughafen. Erfüllt von unvergesslichen Tagen verabschiedeten wir uns schließlich von „unseren Finnen“ und flogen begleitet vom Sonnenuntergang zurück nach Hause.

Ob nun alle in der Sauna gewesen waren, bleibt wohl ein kleines Geheimnis…

Sunita Herrmann (links)

Auf dem Bild sieht man mich, dick eingepackt mit Winterjacke und Schal, auf dem Weg nach Suomenlinna. (Die Insel sieht man im Hintergrund.) Man erkennt sofort, dass auf der Insel sehr viele Bäume stehen, was eigentlich in ganz Helsinki/Finnland der Fall ist. Helsinki ist eine große Stadt und dennoch findet man unglaublich viel Natur, was eine sehr ruhige Atmosphäre auslöst und mich sehr entspannt hat.


Dieses Bild ist besonders für mich, da es die Kälte Finnlands, aber auch seine Natur widerspiegelt.

Leonie Ritter

Eigentlich finde ich, dass unsere Finnland-Reise so schön war, dass man das gar nicht in Worte fassen kann. Wir haben so viel Schönes zusammen erlebt und viele Seiten von Finnland zusammen entdeckt. Wir haben Freundschaften geknüpft und die meisten von uns stehen immer noch (manche sogar täglich) in Kontakt mit ihren neuen finnischen Freunden. Wir sind nicht nur mit den Finnen zusammengewachsen, sondern wir sind auch mit den Leuten, die wir schon vorher kannten, mehr zusammengewachsen und sind eine unzertrennliche Gruppe geworden. Diese Sache merkt man jeden Tag aufs Neue.

Ich bin froh, dass ich dieses Erlebnis mit all diesen Leuten geteilt habe und wir uns zusammen erinnern können und uns zusammen auf das nächste Mal freuen.

Franziska Klaß (oben rechts)

 

Dieses Bild zeigt das, was ich nach dieser Reise neben der Stadt Helsinki vermisse, die wunderbare Gruppe, eine Mischung aus deutschen und finnischen Schülern. Alle waren so höflich, nett und haben alles versucht, um mit uns zu kommunizieren. Außerdem war die Zeit in Helsinki eine der schönsten in meinem Leben, da ich vieles Neues erfahren und gelernt habe.

Luca Serdaris
(vordere Reihe, zweiter von links)

Dieses Bild ist meine Erinnerung an Finnland:

Es wurde dort aufgenommen, wo ich gewohnt habe. Die Landschaft ist genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe, als ich noch nicht so viel von Finnland gehört hatte.

Ich mag das Bild auch sehr gerne, weil es zwar nicht besonders bunt ist, aber meine Schuhe so richtig “heraus leuchten”.

Alina Moede

Dieses Bild spiegelt viel von meinen Erfahrungen auf der Reise wider. Es zeigt Ronja und mich sowie die Töchter unserer Gastfamilie und somit unsere Kontakte nach Finnland. Zudem erkennt man einen Teil der unvergesslichen Natur im Hintergrund. Mir bedeutet die Fahrt nach Finnland sehr viel, weil ich in einer fremden Familie wohnen durfte, so ihre Kultur und schöne Natur kennen lernen konnte. Da ich immer noch Kontakt zu unserer Gastfamilie und ein paar Schülern  habe, denke ich, dass mir die Fahrt auch neue Möglichkeiten eröffnet hat.

Stefanie Kolter (links)

Rückblick:

Mit dieser Reise geht ein Projekt zu Ende, das vor eineinhalb Jahren während der Projektwoche der Albert-Schweitzer-Schule gestartet war. Damals wussten wir noch gar nicht, was daraus entstehen sollte. Wir betraten Neuland, denn eine Begegnung von Offenbacher Schülerinnen und Schülern mit Jugendlichen aus Helsinki ist nach wie vor eine ungewöhnliche Sache. Es ist etwas Wunderbares daraus entstanden und alle Beteiligten sind sich einig darüber, dass sie nichts davon missen möchten. Es haben sich Freundschaften  entwickelt und die beteiligten Schülerinnen und Schüler sind über sich hinaus gewachsen. Mussten sie sich doch in einem Land mit einer für ihre Ohren sehr fremden Sprache zurechtfinden und wurden auch schon mal mit sehr „erstauntem“ Nachfragen anderer Schüler konfrontiert: „Was macht ihr denn in einer Finnland-AG? Warum macht ihr denn so was? FINNLAND?“

Die Sache geht weiter, das ist für alle klar, und wir sind schon jetzt darauf gespannt, auf welche Weise sie sich weiter entwickelt. Danke an alle, die das möglich gemacht und uns unterstützt haben: die Eltern, die Schulleitungen beider Schulen, Dr. Ulrike Klein Schäfer von der Deutsch-Finnischen Gesellschaft e.V. sowie Aira Undén-Selander von der Suomalais-Venäläinen Koulu (Finnisch-Russischen-Schule) in Helsinki sowie Marie Rüther von der Albert-Schweitzer-Schule.

Christine Holtze
Projektleiterin und Mitglied der Deutsch-Finnischen-Gesellschaft e.V.

(Abschied am Flughafen Helsinki)

Das Schlusswort bekommt Linus Ondreka:

„Obwohl die Finnen beim Reden schüchtern sind, sind sie es im Leben nicht, das finde ich sehr interessant. Insgesamt war es einfach nur schön und ich hoffe, wir bleiben Freunde.“

(Tafel in der Universitätsbibliothek Helsinki)

Der gesamte Bericht (mit Fotos) steht hier auch zum Download (PDF) bereit.

[Ho – 1/2017]