Am 11. Oktober 2016 traf sich die Lateingruppe der 9. Klassen und ihr Fachlehrer, Herr Quirmbach, um gemeinsam die Stadt Trier und die „Kaiser Nero“-Ausstellung dort zu besuchen.

Ein wenig müde von der vierstündigen Fahrt und dem frühen Aufstehen, aber dennoch neugierig, kamen wir gegen halb elf am Rheinischen Landesmuseum in Trier an. Bedauerlicherweise war die Ausstellung an diesem Tag ziemlich überfüllt. So wurde man von einer Gruppe älterer Leute zur nächsten geschoben und konnte nur hoffen, noch ein Blick auf die Ausstellungstücke zu erhaschen.

Im Fokus dieser Ausstellung lag besonders das Leben des römischen Kaisers Nero, sodass wir uns von seiner Kindheit bis zu seinem Tod eingehend mit diesem Kaiser beschäftigen und uns selbst ein Bild von ihm machen konnten. Im Unterricht hatten wir uns natürlich bereits Einiges ex vita Neronis angeschaut, was sich in der Ausstellung wiederfinden ließ.

Einige Ausstellungsstücke über Neros Aufenthalte in Griechenland zeugten von seinem Künstlerwesen. Wenn er im Theater gesungen hatte, musste (!) das Volk erscheinen. Die Türen wurden dann so lange verschlossen, bis des Kaisers Darbietungen geendet hatten. Einige kreative Einfälle der Römer, um dem Theater und Neros Gesangskunst zu entkommen, hatten wir zuvor im Zug übersetzt.

Natürlich wurde auch der Brand Roms ebenfalls ausführlich thematisiert. Auf einem großen Monitor konnten die Besucher die Stadt vor, während und nach dem Brand sehen. Es war beeindruckend, auch wenn einem das Ausmaß der Verwüstung und Grausamkeit des Feuers dadurch klar wurde.

Am Ende der Ausstellung, in der wir zwei Stunden verweilten, stand eine große Statue, deren Köpfe wechselten. Sie zeigte die Menschen, die Kaiser Nero hatte aus dem Weg schaffen lassen. Vielen gefiel diese Statue am besten. So sah man nur kurz hintereinander das Gesicht Neros eigener Mutter Agrippina, die er erst versucht hatte im Meer zu ertränken, dann schließlich ermorden ließ sowie den Kopf seines Lehrers Seneca, den er zum Selbstmord zwang.

Eigentlich war es sehr interessant, doch die Flut an Besuchern verpasste der Ausstellung bedauerlicherweise einen großen Dämpfer, weshalb sie sich nach einiger Zeit nur noch träge dahinzog und wir keine große Lust mehr verspürten, uns bis zu, zum Beispiel, geprägten Goldmünzen der Gegner Neros vorzukämpfen.

Ein bisschen erschöpft und hungrig machten wir uns schließlich auf in die Innenstadt, um zu essen, aber auch um vor allem ein wenig von Trier selbst zu besichtigen. Triers Einkaufsmeile ist beeindruckend. Sehr zweifelhaft, ob es auf dieser Welt ein Geschäft gibt, das keine einzige Filiale in Trier sitzen hat.

Nachdem wir in kleinen Grüppchen unser Mittagessen eingenommen hatten – die einen hatten eine selbstgemachte Pasta in einem kleinen Pfannkuchen-Laden, die anderen ganz klassisch Döner – zogen wir gemeinsam los in Richtung Dom. Ein gigantisches Gebäude und ganz nebenbei die älteste Bischofskirche Deutschlands.

Das Wetter war grandios, weshalb sich uns die Stadt von ihrer schönsten Seite zeigte. Über allen Straßen und Gebäuden hingen warme Sonnenstrahlen und es schien, als würde die Altstadt uns von innen heraus einladend zulächeln.

Danach sollte natürlich die Porta Nigra an die Reihe kommen, schließlich durfte man diese nicht missen, war man schon einmal in Trier unterwegs. Doch bedauerlicherweise dauerte der Weg dorthin sehr lange. Irgendwer war auf die Idee gekommen, im Fünf-Meter-Takt kleine Straßenstände aufzustellen, an denen es uns natürlich unmöglich war einfach vorbeizugehen.

Schließlich kamen wir an der Porta an, doch so beeindruckend fanden wir sie nicht. Wahrscheinlich lag es daran, dass fast keiner von uns wirklich etwas über dieses Bauwerk wusste.

So traten wir gegen 16:00 Uhr wieder den Heimweg an – natürlich mit einem kleinen Zwischenstopp in Koblenz – McDonalds, da sind wir wieder – und waren um ca. 20 Uhr wieder am Offenbacher Hauptbahnhof.

Auf einen sehr schönen gemeinsamen Tag zurückblickend trennten sich dort unsere Wege.

Sunita Herrmann, Kl. 9b
[4/2017]