Würdigung der Teilnahme am „Briefmarathon 2016“ von Amnesty International

„Briefeschreiben kann Leben retten“ – das war das Motto des Briefmarathons von Amnesty International, der jedes Jahr rund um den Tag der Menschenrechte am 10. Dezember veranstaltet wird. Durch diesen fordern hunderttausende Menschen weltweit Regierungen auf, Menschenrechte zu beachten, zu Unrecht inhaftierte Gefangene freizulassen oder diskriminierende Gesetzestexte zu ändern.

Insgesamt versandte Amnesty International 331.395 Briefe an die zuständigen Stellen, damit sich die Situation für diejenigen Gefangene verbessert, deren Menschenrechte ignoriert werden. Davon stammen 69.889 Briefe von 546 Schulen, die bundesweit teilgenommen haben, so auch von Schülerinnen und Schülern der Albert-Schweitzer-Schule, die in ihren Briefen ihre Solidarität mit Menschen ausdrückten, deren Rechte verletzt werden.

Einige Klassen und Kurse unter der Leitung der Lehrkräfte Frau Ivan, Frau Peetz, Frau Seuffert, Frau Tsatsa sowie die Schülergruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ setzten sich mit mehreren Fällen auseinander.

Vor allem beschäftigte die Schülerinnen und Schüler das Schicksal von Anni Alfred, die in Malawi lebt und Albinismus hat. Dort leben Menschen wie sie in ständiger Angst, denn Wunderheiler behaupten, dass Knochen oder Körperteile von Menschen mit Albinismus Glück brächten und „heilig“ seien.

Aber auch der Fall  Máxima Acuña, die seit Jahren aufgrund von Landkonflikten mit einem Bergbauunternehmen, das gegen sie Klage einreichte, von Polizei und Sicherheitskräften drangsaliert und bedroht wird, beschäftigte sehr einen Spanischoberstufenkurs, der auch auf Spanisch Briefe schrieb.

Das Engagement der Teilnehmenden zeigte Wirkung: Wie Amnesty international uns per Mail mitteilte, „bekam der Fotojournalist Mahmoud Abu Zeid (Shawkan), der seit dreieinhalb Jahren im Gefängnis sitzt und dort misshandelt und gefoltert wurde, nun endlich erste medizinische Hilfe. Bereits vor seiner Inhaftierung war er an Hepatitis C erkrankt, was im Gefängnis jedoch nicht berücksichtigt wurde.“

Eine weitere Rückmeldung erhielt Amnesty International „von Máxima Acuña, der Kleinbäuerin aus Peru. Im Februar 2017 konnte eine Amnesty-Delegation ihr die rund 150.000 Solidaritätsschreiben überreichen, die weltweit für sie geschrieben worden sind. Der Druck der öffentlichen Aufmerksamkeit auf ihren Fall hat seine Wirkung gezeigt: Im April 2017 stellte das Oberste Gericht des Landes das Verfahren gegen Acuña endgültig ein. Sie darf auf ihrem Land bleiben.“ Die Übergabe der Briefe und Máximas Reaktion hat Amnesty International in einem kleinen Video festgehalten:

hhttps://www.youtube.com/watch?v=c8ZZ0mrVglI.

Diese Reaktionen auf den Briefmarathon zeigen, wie wichtig es ist, nicht stillschweigend zuzuschauen, wie Menschenrechte verletzt werden, denn jeder Einsatz lohnt sich!

[Tsa – 6/2017]