Am 23. Januar 2019 bekamen die ASS-Chöre Besuch von Edith Erbrich, einer Überlebenden des KZ Theresienstadt. Sie schilderte eindrucksvoll ihre Erlebnisse und versetzte ihre Zuhörer damit in eine nachdenkliche Stimmung.

Nach einer kurzen historischen Einführung durch Frau zu Löwenstein begann Frau Erbrich zunächst, ihre Geschichte zu erzählen. Zusammen mit ihrer älteren Schwester und ihrem Vater, der jüdischer Abstammung war, wurde sie 1942 mit neun Jahren in einem Viehwaggon von Frankfurt nach Theresienstadt deportiert. Getrennt von ihrer Schwester und ihrem Vater, die beide arbeiten mussten, war sie dort in wechselnden Kinderheimen untergebracht. Besonders schlimm seien das Heimweh und der Hunger sowie die Grausamkeit der Aufseherinnen für sie gewesen, wovon die Öffentlichkeit jedoch nichts mitbekommen habe, wie Frau Erbrich ihrem Publikum schilderte, das still und ergriffen zuhörte. Großes Glück hatte sie, als eines Nachts die Befreiung der Insassen sowie die Verhaftung der Aufseher durch russische Soldaten erfolgte und sie ihren Vater und ihre Schwester wiedersah. Wie sie erst später erfuhr, wäre sie einen Tag später weiter nach Auschwitz deportiert und dort umgebracht worden.

Frau Erbrich betonte in einer späteren Fragerunde mit den Schülerinnen und Schülern, dass sie erst im Rentenalter über diese einschneidenden Erlebnisse habe sprechen können, aber Mitleid habe sie damit nie erzielen wollen. Ihr sei es wichtig, nun in Schulen von ihren Erlebnissen zu berichten, um junge Menschen für das Thema zu sensibilisieren.

Der einzige Lichtblick während ihres Aufenthaltes in Theresienstadt seien die Proben für die Kinderoper „Brundibar“ gewesen, die dort zur Unterhaltung der Aufseher aufgeführt wurde. Diese Oper wird in diesem Jahr auch von den ASS-Chören am 25. Juni aufgeführt. Außerdem werden wir auf der Chorfahrt nach Dresden Anfang Mai 2019 das KZ besuchen, in dem Frau Erbrich einige schlimme Monate verbrachte, um uns zusätzlich zu diesem Gespräch mit dem historischen Kontext der Oper vertraut zu machen.

Julia Kopitzki