Die Bundeskoordination von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage bringt jedes Jahr das q.rage raus – ein Magazin, das seit 2005 von 20 bis 25 Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren mit Unterstützung von Journalistinnen und Journalisten produziert wird.

Die Jugendlichen kommen aus ganz Deutschland und aus unterschiedlichen Schulzweigen. Das q.rage erscheint in einer Auflage von bis zu einer Million Exemplaren und wird an alle Courage-Schulen kostenlos verteilt. Es ist informativ und kritisch und mischt sich in alle Fragen des Lebens ein. So wird die Diskussionskultur in unsere Demokratie belebt.

Im Dezember suchte die Bundeskoordination Redaktionsmitglieder. So erreichte auch die Albert-Schweitzer-Schule eine E-Mail, die dazu einlud, sich für ein Seminar in Berlin zu bewerben. Im Rahmen des Seminars sollten gemeinsam Texte für das q.rage_Magazin  geschrieben werden. Dabei ging es aber nicht nur ums Schreiben, sondern auch darum, sich mit den Grundlagen journalistischen Schreibens zu beschäftigen. Es sollte gelernt werden, was eine Geschichte ausmacht, eigene Ideen sollten entwickelt werden und mit Unterstützung professioneller Mentorinnen und Mentoren sollte an den eigenen Texten gefeilt werden.

Meine Deutschlehrerin, Frau Tsatsa, die die Schülergruppe „SOR-SMC“ an unserer Schule begleitet und betreut, leitete diese Nachricht an uns SchülerInnen weiter. Ich schrieb einen Text zum Thema Radikal, schickte ihn ab und vergaß die Sache. Das war Mitte Dezember. Anfang Januar 2019 bekam ich dann überraschend eine Antwort:

„[…]herzlichen Glückwunsch, wir freuen uns, dich beim Q-rage Seminar vom 22. bis 24.2.2019 in Berlin begrüßen zu dürfen.“

Vor Schreck fiel mir die Schubkarre mit Pferdeäpfeln um, die ich gesammelt hatte. Und so stand ich am 22. Februar um 5:00 Uhr morgens auf, um den Zug nach Berlin zu nehmen.

Ich kam gegen 11:00 Uhr an, vier Stunden bevor ich in der q.rage-Zentrale sein sollte. Die Zeit nutzte ich, um die vierhundert Meter vom Berliner Hauptbahnhof zum Bundestag rüberzugehen.

Gegen 14 Uhr kam in dann in der Zentrale an und ging hoch zu den Tagungsräumen, wo ich ein Zimmer zugeteilt bekam, das ich mir mit drei anderen Mädchen teilte. Um 15 Uhr startete dann schließlich das Seminar. Betreut wurden wir von Gerasimos Bekas, Vanessa Vu und Anja Baer. Gerasimos und Anja sind Referenten der Bundeskoordination von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, Vanessa arbeitet als Mentorin für das q.rage und als Redakteurin bei der Zeit Online. Diese drei Personen coachten uns durch das Wochenende.

Wir begannen mit einer Ideensammlung, die sich um das Hauptthema Radikal dieser q.rage- Ausgabe drehte. Bis 21:00 Uhr abends hatten wir ein grobes Konzept ausgearbeitet – alle waren sich nun einig, was wir schreiben wollten.

Am nächsten Tag sollten vier Frauen kommen, die wir interviewen durften. Deshalb setzten wir uns noch einmal hin und überlegten uns bis tief in die Nacht hinein, welche Fragen wir stellen wollten.

Am nächsten Morgen gab es um 8:00 Uhr Frühstück und direkt im Anschluss das nächste Treffen. Vanessa arbeitete mit uns gemeinsam aus, wie man ein Interview richtig führt, bevor sie uns auf die Damen losließ.

Gemeinsam mit zwei weiteren Jugendlichen interviewten wir Sookee, eine Deutschrapperin. Wir vertieften uns so sehr in das Gespräch, dass wir die doppelte Zeit brauchten, um zu einem Ende zu kommen. Sookee ist eine Person, von der sich viele noch eine Scheibe abschneiden könnten. Sie ist herausragend, einzigartig und setzt sich für quere Gruppen ein.

Danach arbeiteten wir den Rest des Wochenendes hauptsächlich an der Vorbereitung unserer Artikel und der Transskribierung unserer Texte – immer durchbrochen von kreativen Pausen und Momenten, in denen wir auf dem Dach standen und einfach den Ausblick und die frische Luft genossen.

Zusammenfassend sage ich:
Würden wir in der Schule mit der gleichen Motivation, Intensität und Freude arbeiten, hätten wir das Abitur in einem Jahr. Es war aufregend, spannend und ich habe viele nette Menschen aus ganz Deutschland getroffen.

Alexandra Angelidis, E2

[5/2019]