Am 9. Mai 2019 haben sich alle Schülerinnen und Schüler der ASS auf den Schulhof eingefunden, um dem Motto der Schule “ASS – aufgeschlossen, sozial, selbstbewusst” Ausdruck zu verleihen.


Projekt Schulmotto

Liebe Schüler*innen, liebe Lehrkräfte,

Alltagsrassismus, Diskriminierung, Ausgrenzung und Vorurteile – all das hat sicher jeder von uns erlebt. Ausdrücke wie „der Jude“, „der Streber“ oder „der Ausländer, der die Arbeitsplätze wegnimmt“ oder Situationen, in denen Menschen ausgegrenzt oder gemobbt werden, begegnen uns tagtäglich. Manche sind selbst davon betroffen, andere sorgen dafür, dass Menschen beleidigt, ausgegrenzt, diskriminiert oder gemobbt werden und andere beobachten aus der Ferne solche Situationen und mischen sich ein oder nicht. Dabei vergessen sehr viele, dass wir im Endeffekt doch alle gleich sind.

Als wir in den Klassen das Projekt vorstellen wollten, ist uns aufgefallen, dass viele unser Schulmotto „Aufgeschlossen, Sozial, Selbstbewusst“ nicht kannten und auch nicht erklären konnten, wieso wir dieses Schulmotto haben.

Auch in unserer Gruppe kannten einige das Schulmotto nicht, obwohl wir uns in ganz vielen Projekten engagieren und uns dafür einsetzen, dass wir an unsrer Schule friedlich miteinander umgehen. Wir finden, dass jede*r Schüler*in unserer Schule sich des Mottos bewusst sein sollte, weil es eben die Werte umfasst, die man braucht, um friedlich und gemeinschaftlich in einer Gesellschaft zusammen leben zu können.

Heutzutage finden wir zahlreiche Beispiele, bei denen dies nicht der Fall ist. Sei es der Vorfall in Chemnitz, bei dem Rechtsextremisten auf Menschen mit Migrationshintergrund losgegangen sind, oder tägliche Beleidigungen auf dem Schulhof wie „Schwuchtel“ oder „Spasti“. Immer wieder hören wir Ausdrücke wie „bist du behindert, oder was?“, „sei kein Jude“ oder „du scheiß Zigeuner“. Findet/Finden ihr/Sie, dass das zu unserem Schulmotto passt? Wir nicht!! Und genau deswegen haben wir die Aktion auf dem Schulhof geplant, die leider aufgrund der Technik und des Wetters nicht so gelaufen ist, wie wir uns das erhofft hatten. Wir wollten zeigen, dass wir aufgeschlossen, sozial und selbstbewusst sind und alle so akzeptieren wie sie sind, unabhängig davon woher sie kommen, welcher Religion sie angehören, welche politische Ansicht, Hautfarbe, sexuelle Orientierung oder Geschlecht sie haben.

Wir sind alle gleich und Teil einer Gemeinschaft und es ist unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass jede Art von Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung, egal ob im Internet, in der Schule oder im Alltag, vermieden wird und wenn es dazu kommt, dagegen angegangen werden muss!

Wir leben heute alle in einer Gesellschaft, in der wir aufeinander angewiesen sind. Gerade in der Schule lernen wir gemeinschaftlich zu agieren. Die Verwirklichung unseres Schulmottos ist wichtig und lehrt uns viel mehr als nur die angemessene Verhaltensweise gegenüber unseren Mitschülerinnen und Mitschülern. Das Einhalten des Mottos führt dazu, dass wir zu Menschen werden, die etwas in der Welt mit Empathie, Offenheit und Ehrgeiz zum Positiven ändern können.

Deswegen bitten wir euch um Folgendes:

  • Sorgt dafür, dass keiner ausgegrenzt, beleidigt oder diskriminiert wird!
  • Seid aufmerksam und nehmt Acht aufeinander!
  • Greift ein, wenn jemandem Unrecht getan wird!
  • Seid einfach aufgeschlossen, sozial, selbstbewusst!

Die SOR-Gruppe hat ein Hashtag für euch entworfen: #ass4courage. Dieses könnt ihr benutzen, wenn ihr auf den Sozialen Medien etwas mitbekommt, das gegen das Schulmotto verstößt.

Im Erdgeschoss werden wir ein Laken aushängen. Wir würden uns freuen, wenn alle, die hinter unser Schulmotto stehen und sich dafür einsetzen wollen, darauf unterschreiben würden.

Wir bitten euch, eure kreativen Plakate in eure Klassenräume aufzuhängen, damit das Schulmotto nicht in Vergessenheit gerät.

Vielen Dank für eure Unterstützung und die großartigen Plakate!

Bajel Isha Mirza und Arooj Qureshi (Q4)
für die Schülergruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

9.5.2019


Hier einige Bildimpressionen:

[Gri – 5/2019]