Die Schülerinnen und Schüler des Q1-Kunst-LK haben jeweils ein Werk aus der Städel-Sammlung vorbereitet, um es sich gegenseitig zu präsentieren – und den zufällig mit anwesenden Museumsbesuchern.

Angefangen bei dem ältesten Bild der Sammlung („Trauender Evangelist Johannes“ von Deodato Orlandi) bis zu dem „Selbstbildnis mit verschränkten Armen“ von Ottilie Roederstein war alles dabei, um einen Parcours durch die Kunstgeschichte an Beispielen zu zeigen.

Interessant war es vor allem, die Übergänge von einer Epoche in die nächste zu betrachten: beispielsweise der Vergleich von plakativ gemalten Darstellungen, die von Ferne und in halbdunklen Kirchen sonst schlecht erkennbar gewesen wären, bis hin zu naturgetreuen Portraits, die sowohl die Auftraggeber wie die Künstler möglichst großartig erscheinen lassen sollten.

Auch interessant war es, in späteren Epochen zu sehen, dass Künstler sich mehr ausprobiert haben, sei es durch die Art des Malens (z.B. „La fin de déjeuner“ von Auguste Renoir) oder durch Experimentieren mit Perspektiven (z.B. „Doppelbildnis“ von Max Beckmann).

Danach gab es Zeit, im Museum die Van-Gogh-Ausstellung zu besuchen. Dort sollten Kompositionsskizzen von zwei Portraits angefertigt werden. Die Ausstellung ist wie ein Layrinth aufgebaut, es gibt auch viele Texttafeln und Audio-Stationen.

Schnell wiedererkennbar ist die van Gogh typische Art van Goghs, die Farbe mit kräftigen Strichen dick aufzutragen. Es gibt auch Bilder von anderen Malern in der Ausstellung, wohl um zu zeigen, dass sie ganz ähnlich gemalt haben wie er.

Überraschend an van Goghs Bildern war z.B., wie viele Landschaftsbilder er gemalt und teilweise auch abstrakte Hintergründe er geschaffen hat. In den Portraits konnte man sehen, dass alle möglichen Farben zusammen an den Hautstellen genutzt wurden, aber überhaupt keine „Hautfarbe“.

Alle Werke des Parcours durch die Kunstgeschichte:

  1. Deodato Orlandi – „Trauernder Evangelist Johannes“ (1310-1320)
  2. Barnaba da Modena – „Madonna mit Kind“ (1367)
  3. Sandro Botticelli – „Weibliches Idealbildnis“ (1475)
  4. Tizian – „Bildnis eines jungen Mannes“ (1510)
  5. Raffael – „Bildnis des Papstes Julius II“ (1511-1512)
  6. Agnolo Bronzino – „Bildnis einer Dame in Rot“ (1533)
  7. Guercino – „Madonna mit Kind“ (1621-1622)
  8. Franz Hals – „Bildnis einer Frau“ (1638)
  9. Johann Tischbein – „Goethe in der römischen Campagna“ (1787)
  10. Auguste Renoir – „La fin de déjeneur“ (1879)
  11. Ferdinand Hodler – „Bildnis Hélène Weiglé“ (1888)
  12. Max Beckmann- „Doppelbildnis“ (1923)
  13. Ottilie Roederstein – „Selbstbildnis mit verschränkten Armen“ (1859-1937)

Eleni Konstantinou – für und mit dem Kunst-LK
[11/2019]