Auch in diesem Jahr fand das Berufsinfoseminar der Q2 der IHK in Offenbach statt. Das Seminar beinhaltete die Themen Studium, Duales Studium, Ausbildung, Freiwilliges Soziales Jahr und Brückenjahr sowie den Bereich „Bewerbung“.

In Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Offenbach, der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Offenbach sowie weiteren Kooperationspartnern kam ein für uns Schülerinnen und Schüler interessantes Programm zusammen.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Herrn Bolländer, der IHK sowie der Bundesagentur für Arbeit wählten wir uns in drei der insgesamt sechs Module ein, die zur Auswahl standen: Studium, Duales Studium, betriebliche und schulische Berufsausbildung, Freiwilliges Soziales Jahr und Brückenjahr. Die Module dauerten jeweils 45 Minuten und waren gegliedert in eine Präsentation mit einer anschließenden Fragerunde. Bei allen Modulen waren junge Menschen dabei, die die Phase des Studiums, der Ausbildung etc. gerade durchlebten. Viele von ihnen waren sogar ehemalige ASS-Schüler und sie konnten aus erster Hand von ihren Beweggründen und Erfahrungen berichten.

Im ersten Durchgang wählten wir das Modul ,,Duales Studium“, welches von Herrn Völker (Berufs- und Studienberatung der Agentur für Arbeit Offenbach) geleitet wurde. Er teilte uns mit, dass es ungefähr 1600 Studiengänge gebe und verteilte uns Broschüren und Flyer. Diese führen alle dualen Studiengänge auf, die es momentan auf dem Arbeitsmarkt gibt. Neben Herrn Völker waren zwei Studentinnen anwesend, die uns von ihren Erfahrungen mit dem Dualem Studium berichteten. Beide erzählten uns, dass sie sehr zufrieden seien und sich bewusst gegen ein „klassisches“ Studium entschieden hätten. Weiterhin wurde der Begriff Duales Studium definiert und Vor- und Nachteile erläutert. Ein Vorteil sei zum Beispiel die Praxisnähe, die man während des Studiums habe. Ebenfalls könne der Studierende mehrere Abschlüsse erzielen. Allerdings sei die Kombination von Studium und Arbeit auch teilweise sehr anstrengend und man müsse in der Lage sein, sich gut zu organisieren.

Das zweite Modul, das wir besuchten, war das über die betriebliche Berufsausbildung. Hier wurde diese Art der Ausbildung genauer vorgestellt und besonders auf die Vorteile eingegangen, die sie mit sich bringt. Dazu zählt beispielsweise ein bundesweit anerkannter Berufsabschluss, aber auch die praktische Erfahrung, mit welcher die Auszubildenden von Anfang an konfrontiert werden. Zudem besuchen die Auszubildenden parallel die Berufsschule, wo sie theoretisches Grundwissen erlangen.

Neben der grundlegenden Vorstellung dieses Weges der Ausbildung war ein ehemaliger Schüler der ASS vor Ort, der sich bewusst für eine Berufsausbildung entschieden hat und den Schülerinnen und Schülern jegliche Fragen aus seiner Sicht beantwortet hat.

Im Anschluss an die abgeschlossene Ausbildung kann man ein fachbezogenes Studium an die Ausbildung anhängen, was die Möglichkeit einer höher qualifizierten Arbeit zur Folge hat.

Unser letztes Modul war das über das Studium. Insgesamt gab es im Wintersemester 2019/2020 an den Hochschulen in Deutschland 20.029 Studiengänge, davon waren 18.423 Bachelor- oder Masterstudiengänge. Der Vortrag wurde von Frau Fürndörfler (Abiturientenberatung der Agentur für Arbeit Offenbach) gehalten und sie betonte gleich am Anfang, was für ein Studium besonders wichtig sei: Jeder solle eine gewisse Motivation mit sich bringen, seine Stärken und Schwächen kennen, sich über Weiterbildungen sowie Berufsaussichten erkundigen. Das Studium sei nicht kostenfrei und müsse durch einen Job, eventuell durch die Hilfe der Eltern oder durch BAföG finanziert werden. Weiterhin würden viele Studiengänge neben der Hochschulzulassung einen Eignungstest oder eine Eignungsprüfung sowie Fremdsprachenkenntnisse fordern.

Die angehenden Studenten sollten ebenfalls schon Erfahrungen in dem angestrebten Gebiet, zum Beispiel durch Vorkurse oder Praktika, haben.

Für das Studium gebe es Bewerbungsfristen: Für das Sommersemester ende die Frist am 15.01., für das Wintersemester am 15.07. Bis man einen Studienplatz bekommt, könne es mehrere Semester dauern. Während der Wartezeit wurde durch Frau Fürndörfler zum Beispiel eine Ausbildung empfohlen, die in die Richtung des angestrebten Studiums geht. Zum Beispiel wolle Person X Tiermedizin studieren und bekommt zunächst keinen Studienplatz. In der Zwischenzeit sei eine Ausbildung bei einem Tierarzt empfehlenswert, um an praktisches Wissen zu gelangen.

Stella, eine ehemalige Schülerin der ASS, nahm ebenfalls am Seminar teil und erzählte uns über ihre Erfahrungen mit dem Studium, die recht positiv seien. Sie erzählte uns, dass sie an der Goethe-Universität in Frankfurt studiere und dort ca. 600 Lehramtsstudenten in der Vorlesung säßen. Ihnen würden Tutoren zugewiesen, welche ebenfalls Studentinnen oder Studenten aus höheren Semestern seien. Diese würden die Studierenden betreuen und beraten, stünden für Fragen zur Verfügung und würden sie bei den Hausaufgaben unterstützen.

Nach den Modulen wurde ein allgemeiner Kompetenztest durchgeführt, der ca. 60 Minuten dauerte. Hierbei mussten Aufgaben zu den Bereichen Allgemeinwissen, Mathematik, Deutsch und logischem Denken gelöst werden. Die Ergebnisse, die Aufschluss über unsere Kompetenzen geben, werden uns nach der Auswertung durch ein Zertifikat mitgeteilt.

Zum Abschluss des ersten Tages gab es ein Resümee und uns wurde erläutert, wie es am Freitag, den 7. Februar thematisch weitergehen wird.

Der zweite Tag des Berufsinfoseminars begann wieder mit einer Begrüßung durch die Lehrkraft und anschließend ging es mit einer Präsentation der Städtischen Sparkasse Offenbach weiter.
Hierbei brachte uns Frau Zoufal (Städtische Sparkasse Offenbach) die Wege zur Einstellung nochmals näher. Sie klärte uns darüber auf, welche Unterlagen einer Bewerbung beiliegen sollten, nämlich ein Deckblatt, Anschreiben, Lebenslauf, mindestens die letzten zwei Schulzeugnisse sowie Zertifikate, die im Laufe der Schulzeit erworben wurden und für den angestrebten Beruf relevant sind. Das Anschreiben solle ihrer Meinung nach kurz, prägnant und aussagekräftig sein.

Am Ende des Vortrages führte jeder Schüler eine Simulation eines Eignungstestes durch. In dem Eignungstest mussten wir Fragen über das Allgemeinwissen, Grafik-Analogien, Mathematik sowie räumliches Denken beantworten. Das war für uns eine gute Übung, insbesondere im Hinblick auf den dabei zu erwartenden Zeitdruck. Frau Zoufal empfahl uns, vor einem Eignungstest das Prüfungsformat mit Aufgaben aus dem Internet oder mit speziellen Büchern zu üben.

Anschließend wurde die Simulation eines Assessment-Centers durchgeführt. Hierbei wurde den Schülerinnen und Schülern ein Einblick in den Prozess des Bewerbungsverfahrens gewährt. Die Simulation wurde durch Referenten der Wirtschaftsjunioren geleitet. Diese sind junge Unternehmer unter 40 Jahren, die die Albert-Schweitzer-Schule seit vielen Jahren bei den Berufsinfoseminaren unterstützen.

Unsere Aufgaben im Assesstment-Center bestanden beispielsweise darin, uns ohne Vorbereitung fünf Minuten lang vor der Gruppe für einen Job zu bewerben, wobei wir die positiven Aspekte besonders hervorheben sollten. Wir sollten uns selbst präsentieren und begründen, warum wir selbst charakterlich am besten für den Job geeignet sind.

Eine andere Art war die Gruppendiskussion, wobei die Gruppe mit einer kritischen Fragestellung konfrontiert wurde, die sie im Anschluss durch die Hilfe von guter Argumentation beantworten sollte. Dabei ging es jedoch nicht um die einzelnen Meinungen oder Argumentationswege im Allgemeinen, sondern um das Wirken des Individuums in der Gruppe mit fremden Personen. Diese Art des Assessment-Centers gewährt dem Unternehmen einen Einblick in die mögliche Teamfähigkeit des Bewerbers und hilft gleichzeitig bei der Entscheidung, ob dieser für den Job geeignet ist oder nicht.

Diese Art der Vorstellung des Einstellungsprozesses war sehr hilfreich, da die Schülerinnen und Schüler durch das Feedback der Referenten einen Einblick erlangen konnten, worauf bei einem Vorstellungsgespräch zu achten bzw. was zu vermeiden ist.

Die Veranstaltung endete mit einem Resümee und einem anonymen Feedback zur Veranstaltung.

Marie-Michelle Sieben und Jule Dapp, Q2
[3/2020]