Das Projekt hat zum Ziel, unsere Schüler und Schülerinnen mit unterschiedlichen religiösen bzw. lebensphilosophischen Grundüberzeugungen bekannt zu machen, indem sie zum einen an zwei Projekttagen insgesamt vier verschiedene Gotteshäuser besuchen und zum anderen an einem Expertengespräch an der Albert-Schweitzer-Schule teilnehmen. Zu diesem werden weitere Vertreter lebensphilosophischer und religiöser Grundanschauungen eingeladen.

In diesem Jahr 2020 haben die Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Lehrenden in Offenbach die Synagoge, die ev. Mirjamgemeinde, die Mevlana Moschee und den Gurdwara Guru Nanak Darbar Tempel der Sikh besucht. Dabei konnten sie sowohl religionskundliche Erkenntnisse zur Theologie und spirituellen Praxis der jeweiligen vorgestellten Religion erwerben, als auch ethische Fragestellungen zu aktuellen gesellschaftlichen Problemfeldern, wie z.B. zur Frage der Sterbehilfe erörtern.

Der Expertentag eröffnete dann den Raum zu einem sehr persönlichen und intensiven Austausch über existentielle Fragestellungen wie dem Tod und dem, was danach sein könnte, Schuld und Gewissen, aber auch über den Sinn im Leben und die Erfahrung von Glück und Frieden. Die kleine Größe der Gruppen, in denen die Schülerinnen und Schüler mit dem jeweiligen Experten bzw. Expertin zusammensaßen, und die große Offenheit aller Gesprächsteilnehmern sorgten für eine gute Atmosphäre.

Die Gespräche wurden von Experten und Expertinnen aus dem Judentum, der islamischen Seelsorge, dem tibetischen Buddhismus, aus der Sicht der Lebensanschauung Schopenhauers und aus der Sicht des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten geführt. Durch diese Vielfalt unterschiedlicher Sichtweisen wurde den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben, den eigenen Horizont zu existentiellen Fragestellungen zu erweitern.

Es folgen Berichte von Schülerinnen und Schülern mit Fotos.
[Rö – 3/20]


Impressionen von den Ausflügen in die Gotteshäuser und dem Expertengespräch vom 26.02.2020

Am 17. und 18. Februar 2020 besuchten wir als Jahrgang der E-Phase jeweils zwei Gotteshäuser in den diversen Gebetsstätten in Offenbach.

Da die meisten von uns nie zuvor in den Gebetsstätten waren, war es eine neue Erfahrung für uns Schüler*innen, welcher wir mit Begeisterung entgegenfieberten. Wir erhielten Führungen durch die Häuser und lernten neue Bereiche zum Thema Glauben kennen, was uns als Jugendliche bereicherte. Außerdem lernten wir unterschiedliche Moralvorstellungen von Religionen kennen, z.B. dass das Haareschneiden im Sikhismus verboten ist, da man sich selber schade, oder dass es sich laut dem Judentum lohne zu heiraten, da man das Leben nicht alleine verbringen solle.

Viele von uns – und um ehrlich zu sein auch ich – gelangten an einen Punkt, an welchem wir alle Glaubensvorstellungen, die uns, seitdem wir Kinder waren, gelehrt wurden, überdachten und wir fragten uns, ob es tatsächlich nur „die eine Religion“ oder nur „den einen Glauben“ gibt. Diese Überlegung trug ich eine Woche lang mit mir herum bis zum langersehnten Expertengespräch am 26. Februar 2020 mit den fünf Vertretern der Weltreligionen und Weltanschauungen.

Ich nahm am Expertengespräch des Vertreters des Judentums teil und auch hier spalteten sich die Meinungen, wie z.B. dass Mädchen/Frauen, welche ihre Menstruation haben, als unrein gelten, oder wieso es trotzdem Kriege um die Religion gibt, obwohl alle Weltreligionen den Frieden und die Liebe predigen.

Nach mehreren Überlegungen kam ich zu dem Schluss, dass wir Menschen nicht einheitlich nach nur „einem Glauben“ leben sollten, sondern in die Diversität der verschiedenen Moralvorstellungen und Glaubensinhalte eintauchen sollten, damit wir uns selbst als Individuum besser kennenlernen und um den Austausch mit Andersgläubigen und Menschen, welche eine andere Moralvorstellung im Leben haben als man selbst, zu erweitern.

Ich denke, dass man dadurch das eigene Dasein bereichert und das Miteinander in der Gesellschaft trotz Meinungsverschiedenheiten oder verschiedener Lebensstile stärkt sowie den Frieden in der Gemeinschaft sichert. Eben deshalb sind wir ein bunter Jahrgang mit verschiedenen Religionen und Weltanschauungen und insgesamt kann man sagen, dass wir durch dieses Projekt nicht nur reicher an Wissen geworden sind, sondern einen respektvolleren Umgang miteinander gelernt haben. Und schlussendlich kann man sagen, dass sich dieses Projekt mehr als gelohnt hat.

Melania Agkatzanian, E2

In der Synagoge mit Herrn Pollack

Moschee Mihrab (Gebetsnische)


Wahrheit und Toleranz

Albert Schweitzer, der Namensgeber unserer Schule, sagte einst: „Wir sehen in den anderen Menschen nicht Mitmenschen, sondern Nebenmenschen – das ist der Fehler…“.

Zu Beginn dieses Halbjahres hat die gesamte diesjährige Einführungsphase an einem Projekt mit dem Thema „Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule Offenbach im Gespräch mit unterschiedlichen religiösen und lebensphilosophischen Grundüberzeugungen“ teilgenommen. Ziel des Projektes war es, uns Schülern einen offenen und interessierten Dialog mit den Vertretern der verschiedenen Überzeugungen und Kulturen zu ermöglichen. Dabei wurde uns die Chance gegeben, unsere eigenen Überzeugungen zu vertiefen sowie unseren Blickwinkel zu erweitern und damit vielleicht einige Menschen, die vorher für uns nur „Nebenmenschen“ waren, gedanklich von nun an als Mitmenschen wahrzunehmen.

Entscheidend für eine friedliche und tolerante Welt ist meiner Meinung nach nämlich das gleichrangige Interesse an den verschiedenen Überzeugungen: Denn nur so kann Verständnis füreinander entstehen, nur so wird man auf der Suche nach der persönlichen Wahrheit weiterkommen und nur so lässt es sich friedlich und erfüllt leben.

Am 17. Februar 2020 begann der erste Projekttag des Ethikkurses als wir die Mevlana Moschee in der Sandgasse in Offenbach besuchten.

Dort angekommen wurden wir freundlich begrüßt, zogen unsere Schuhe aus, mit denen man auf keinen Fall den Teppich berühren sollte und betraten die Moschee. Für mich war dies ein besonderer Moment, da ich zum allerersten Mal ohne Schuhe in ein Gotteshaus ging. Meine ersten Gedanken drehten sich also darum, wie beeindruckend weich der Teppich war und wie ich mich dadurch sofort sehr wohl fühlte. Ich lernte allein deshalb schon eine neue und spannende Form des Glaubens und Betens kennen. Die beiden jungen Männer, die uns herumführten, erzählten uns, dass die Mevlana Moschee Teil eines Verbandes ist, dem insgesamt 588 Moscheen in Europa angehören, welche immer zeitgleich dieselben Themen behandeln.

Die Gebete in der Mevlana Moschee werden in drei verschiedenen Sprachen gehalten, nämlich Deutsch, Arabisch und Türkisch. Uns wurden außerdem die sechs Grundlagen des islamischen Glaubens erklärt, zu denen der Glaube an Allah (den einzigen und allmächtigen Schöpfer), all seine Engel, alle heiligen Schriften, alle Propheten sowie der Glaube an Schicksal und Jenseits gehören.

In Bezug auf die fünf Säulen des Islams hat mich zum einen am meisten beeindruckt, dass Muslime fünfmal am Tag beten sollten, wodurch sie sich ständig ihres Glaubens bewusst sind. Ich finde es eine sehr schöne Vorstellung, dass man sich zu einer Religion bekennt und sich dann jeden Tag mehrmals an diesen Glauben und damit auch an einen großen Teil der eigenen Identität erinnert – solange dies aus dem Herzen heraus geschieht, versteht sich. Wer einmal etwas weniger Zeit hat, dem sollte es meiner Meinung nach auch erlaubt sein, ein bisschen weniger, aber dafür aufmerksam und aus dem Herzen heraus zu beten.

Das zweite Prinzip, das mich in Bezug auf die fünf Säulen sehr beeindruckt hat, ist die Almosensteuer. Sie besagt, dass jeder Muslim nach Möglichkeit einmal im Jahr ein Vierzigstel seines Vermögens an ärmere Menschen abgeben soll, was aus meiner Sicht eine sehr humane und gütige Tat ist.

Ein wichtiges Thema waren auch die Vorwürfe von Terrorismus, mit denen Muslime oftmals zu kämpfen haben. Dazu zitierten die beiden Vertreter des Islams eine Stelle aus dem Koran, die sich ganz klar gegen Gewalt und Terror richtet: „(…) Wenn jemand einen Menschen tötet (…), so ist es, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so ist es, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten“ (Sure 5, Vers 32). Diese Aussage aus dem heiligen Buch des Islam spricht sich ganz klar gegen das Töten und damit auch gegen das Verüben von Terrorismus aus.

Die zweite Station des Tages war die Synagoge in Offenbach, in der uns „Benni“, ein Vertreter des Judentums, in Empfang nahm. Die Jungen mussten vor dem Betreten des Gotteshauses eine sogenannte „Kippa“ aufsetzen, die Mädchen durften ohne eine Kopfbedeckung hereingehen. Als Benni, mit vollem Namen Benjamin, sich uns vorstellte, erfuhren wir gleich zu Beginn eine entsetzliche Geschichte: Die beiden Großeltern des Juden wurden während des Krieges durch die Nationalsozialisten in Auschwitz ermordet, seine Eltern überlebten die schwere Zeit zum Glück. Um ihren Sohn möglichst vor diesen hasserfüllten Geschehnissen zu beschützen, behauptete seine Mutter immer, die Nummer, die ihr auf den Arm tätowiert worden war, sei eine Telefonnummer, die sie sich merken müsse.

Schockierend war für mich die Tatsache, welch große Rolle Antisemitismus auch in unserer heutigen Zeit noch spielt: die Synagoge ist umgeben von einer hohen Mauer und Sicherheitstüren, wird bewacht von mehreren Polizeiautos, war mit Abstand das am meisten gesicherte Gotteshaus der vier verschiedenen Religionen.

Benni erzählte uns, dass der jüdische Kalender bald im Jahr 6000 angelangt sein wird und das Judentum somit die Mutter der drei Weltreligionen sei. Gleichzeitig überraschte mich außerdem, dass es insgesamt nur rund 13 Millionen Juden auf der Welt gibt, was für eine Weltreligion mit solch beachtlichem Einfluss, eine überaus kleine Zahl ist. Dies liegt vor allem an der Strenge der Religion sowie der Tatsache, dass ihre Gläubigen niemanden bekehren wollen. Der Konvertierungsprozess ist sehr aufwendig, d.h. die meisten Juden werden bereits in ihre Religion hineingeboren, wodurch man fast schon von einem Stamm sprechen kann.

Genau wie in der Moschee, sitzen Frauen und Männer getrennt, was einerseits gegenseitiger Ablenkung entgegenwirkt, andererseits die Gleichberechtigung der Geschlechter nicht unbedingt unterstützt, welche aus meiner Sicht ebenfalls sehr wichtig ist. Nachvollziehen kann ich diese Regelung jedoch durchaus, da man sich so einzig und allein auf den Glauben konzentrieren kann, während man in der Synagoge ist. Besonders interessant war für mich auch der auftretende Konflikt zwischen Gesetz und dem Glauben, der zum Beispiel in Bezug auf das Thema Beschneidung in Deutschland bereits entstanden ist, da überlegt wurde, dieses jüdische Ritual zu verbieten.

Ähnlich wie die Anhänger des Islam glauben Juden ebenfalls daran, dass man nicht der Eigentümer seines eigenen Körpers ist und diesen nur gepachtet hat. Deshalb sollte man seinen Körper nie gefährden oder absichtlich schädigen, z.B. durch Tattoos oder Ähnliches und vor allem lernen, ihn zu akzeptieren, was mir persönlich auch sehr wichtig ist. Zudem konnte ich für mich selbst auch etwas von der Tradition des Sabbats, dem heiligen Ruhetag des Judentums, mitnehmen: Sich selbst etwas Gutes zu tun, indem man wirklich einmal alles abschaltet, kann, denke ich, ein entscheidender Beitrag für ein ausgeglichenes Leben sein.

Die dritte religiöse Grundüberzeugung, mit der wir in Kontakt traten, war die der Sikhs. Der Sikhismus entstand im 15. Jahrhundert in Indien mit dem Ziel, religiöse Weisheit für den Alltag nutzbar und praktisch zu machen und hat heute rund 25 bis 27 Millionen Anhänger. In Deutschland leben über 25.000 Sikhs, die sich alle an den spirituellen Weisheiten ihrer Religion orientieren und darauf bedacht sind, ein bescheidenes, selbstloses und spirituelles Leben zu führen. Gleichzeitig akzeptieren sie aber auch die Wichtigkeit materieller Bedürfnisse und sehen ehrliche Arbeit als einen Weg zur Erlösung. Genau wie im Judentum missionieren die Sikhs nicht.

Der Guru Granth-Sahib ist das Werk, in dem das Vermächtnis der zehn Sikh-Gurus dargestellt ist und gilt somit als „ewiger Guru“ bzw. „ewiger Lehrer“. Besonders schön fand ich die Herzlichkeit und Offenheit der Gemeinde im Tempel, da sie jeden unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Hautfarbe bei sich willkommen heißen. Alle Kurse unserer Schule wurden dort auch mit leckerem traditionellem Essen und Tee versorgt, wodurch sich jeder sehr gut aufgenommen fühlte. Auf ein paar unserer Fragen konnten wir dort zwar keine genaue Antwort finden, aber was ich und ganz bestimmt viele meiner Mitschüler auf jeden Fall mitnehmen werden, ist jene warmherzige Offenheit.

Das letzte Ziel des Ausflugs war dann die Luther-Kirche in Offenbach. Geführt von Ulrich Knödler, dem Vertreter der evangelischen Kirche, erfuhren wir, dass das Kirchengebäude bereits 105 Jahre alt ist und sich die evangelische Kirche vor allem durch das Zusammenspiel von Kirchenmusik, Abendmahl und Wortverkündung auszeichnet. Der Pfarrer erklärte uns, dass es nicht DIE Form des evangelischen Christentums gibt, sondern jeder seine eigenen Rückschlüsse aus der Bibel ziehen sollte.

Spannend fand ich auch die Frage, was es bedeutet, sein Kind christlich zu erziehen, auf die wir selbstverständlich keine genaue Antwort erhalten konnten, aber gesagt bekamen, dass Nächstenliebe, Toleranz und die Tatsache, dass unsere Welt die Schöpfung Gottes ist, zentrale Bestandteile dessen seien. Als wir erfuhren, dass zum Sonntagsgottesdienst nur knapp 30 Leute kommen, schockierte mich das ziemlich. Als Vergleich: In die Moschee kommen freitags bis zu 500 Muslime zum Freitagsgebet, also etwa 16-mal so viele Menschen.  Zum Ende des Gesprächs durften wir uns schließlich noch die Orgel von Innen anschauen und sogar den Kirchturm besteigen, was ein sehr schöner und aufregender Abschluss des Tages war.

In der Woche darauf fanden die Expertenrunden statt, bei denen sich jeder Schüler nochmals mit einem Vertreter des Glaubens, für den er sich im Vorhinein eingetragen hatte, austauschen konnte. Ich selbst nahm an der Runde des Buddhismus teil und lernte dabei ebenfalls eine Menge neuer Dinge, wie z.B. das Prinzip von Ursache und Wirkung (Karma) und die zwei Hauptprinzipien der buddhistischen Ethik, nämlich niemandem zu schaden sowie Gutes zu tun. Sehr schön war die abschließende Atemmeditation, bei der jeder Schüler aus meiner Gruppe für einen Moment ganz bei sich war und zur Ruhe kam. Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, solche Atembeobachtungen von nun an öfter in meinen Alltag einzubauen, da ich gemerkt habe, wie gut mir das getan hat.

Von den Schülern aus den anderen Gruppen, die sich mit Atheismus, Judentum, muslimischer Seelsorge und der Philosophie der Schopenhauergesellschaft befassten, habe ich auch nur positive Rückmeldungen gehört, denn jeder konnte etwas für sich und sein Leben mitnehmen und hatte in der Expertenrunde die Möglichkeit so viele Fragen zu stellen, wie er/sie wollte.

Alles in allem war das Projekt meiner Meinung nach ein voller Erfolg, da wir alle sehr viel Neues gelernt haben über uns selbst, wie auch über andere. Jeder konnte seinen eigenen Glauben in irgendeiner Art festigen oder auch hinterfragen und ist damit auf der Suche nach der Wahrheit für sich selbst vielleicht ein ganzes Stück weitergekommen. Etwas wie die absolute Wahrheit wird es für mich jedoch nie geben, da wir uns eigentlich keiner Sache wirklich sicher sein können, außer vielleicht unserer Existenz selbst. Viel wichtiger ist die Tatsache, dass wir alle so viele Gemeinsamkeiten teilen und die kleinen Unterschiede zwischen uns eine Gesellschaft erst richtig interessant und lebenswert machen.

Wir haben nun also ganz viele neue Mitmenschen kennengelernt und sie zu einem Teil unseres Lebens und Blickwinkels werden lassen. Toleranz und Frieden beginnt aus meiner Sicht genau hier, bei solchen Projekten. Ich wünsche also allen künftigen Jahrgängen unbedingt die Chance auf eine ähnliche Exkursion.

Milena Schoo, E2

In der Kirche mit Herrn Knödler

Kirchenorgel, Benjamin Klier


Erlebnisbericht Exkursionen in religiöse Stätten

Am 17. Februar 2020 nahm die gesamte E-Phase der Albert-Schweitzer-Schule in Offenbach an einem Projekt, ausgehend von den Religionskursen und dem Ethikkurs, teil, bei dem die Schüler die Möglichkeit bekamen, an zwei Tagen vier verschiedene Gotteshäuser zu besichtigen und einen Einblick in die jeweiligen Religionen zu bekommen.

Am 17. Februar 2020 wurden die SuS der E-Phase in Gruppen aufgeteilt, was bedeutete, dass der um ein Vielfaches größere Ethikkurs mit Herrn Schlicht zuerst die Moschee besuchte, während der evangelische und katholische Religionskurs gemeinsam mit Frau Röhm und Herrn Brößner zuerst die Synagoge besuchten.

In der Synagoge in der Kaiserstraße 109 trafen wir einen netten Herrn, der uns in das Innere der Synagoge begleitete. Die Jungs mussten dafür entweder eine selbst mitgebrachte Kopfbedeckung aufziehen oder dort eine leihen. In den folgenden anderthalb Stunden wurde uns viel über das Judentum erläutert, die Einrichtung der Synagoge erklärt und Fragen der interessierten Schüler beantwortet. Der Fokus der Schülerfragen lag dabei sehr stark auf den Themen Homosexualität und Gleichberechtigung von Mann und Frau. Nach diesem lehrreichen Treffen wussten beide Kurse besser Bescheid bezüglich der Glaubensinhalte und des Lebens im Judentum.

Um ca. 10.30 Uhr begab sich die Gruppe auf den Weg zur Mevlana Moschee in der Sandgasse 45. Dort angekommen wurde die Gruppe von zwei Herren begrüßt, die auch die anschließende Führung durchführten. Bevor wir die Moschee betreten durften, mussten alle ihre Schuhe ausziehen. In der Moschee wurde der Gruppe erst einmal ein paar Minuten zum Umschauen gegeben, bevor die verschiedenen Teile der Moschee erklärt wurden. Dabei wurden Teile aus dem Koran auf Arabisch vorgetragen und anschließend übersetzt.

Andere wichtige Themen waren die fünf Säulen des Islams und die sechs zentralen Glaubensinhalte. Auch in diesem Gotteshaus stellten die Schüler interessiert Fragen, bei denen der Fokus unverändert blieb, allerdings durch ein Interesse am Paradies-Hölle-Prinzip ergänzt wurde. Nach der Fragerunde und nach der Verabschiedung schlugen die Schüler ihre individuellen Heimwege ein.

Dominik Hoff, E2

Tempel der Sikh und der Priester Herr Prablijot Singh

Gemeinsames Essen im Tempel der Sikh

Gemeinsames Essen im Tempel der Sikh

Gemeinsames Essen im Tempel der Sikh

Gemeinsames Essen im Tempel der Sikh

Expertengespräch. Von links: Herr Regekly, Frau Röhm, Herr Ansmann, Herr Wagner, Frau Poeschke, Frau Bechari