Liebe Schulgemeinde, liebe Abiturientinnen, liebe Abiturienten,

heute ist der letzte Tag im schriftlichen Abitur und es ist alles reibungslos abgelaufen. Die Zahl von Krankmeldungen ist vergleichbar mit dem letzten Jahr. Ich danke den Abiturientinnen und Abiturienten dafür, dass sie sich während der Prüfungen an die Auflagen gehalten haben!

Trotzdem noch einmal eine eindringliche Bitte: Ihr seid natürlich froh, dass ihr die schriftlichen Prüfungen hinter euch gebracht habt, aber bitte bleibt dabei, Abstand zu halten.

Bitte keine Abiturfeiern, auch nicht im privaten Kreis.

In dieser Situation ist eure Privatheit auch die der anderen. Kontakte erhöhen nun einmal das Infektionsrisiko. Ihr könnt das nicht kontrollieren.

Ein Beispiel: A, B, C und D treffen sich. A ist infiziert, hat aber keine Symptome und weiß es deshalb nicht. A infiziert unwissentlich bei diesem Treffen B. B geht nach dem Treffen zurück in seine Familie. Dort überträgt er die Infektion auf seine Familienmitglieder E und F. F ist der Großvater von B, wohnt bei der Familie und ist über 80 Jahre alt. Und ab da wird es besonders gefährlich.

Es ist eine harte Zeit für uns alle. Klar wollt ihr eure Freunde treffen, aber ihr tragt auch die Verantwortung für eure Familien und alle anderen Mitglieder der Gesellschaft.

Bisher ist noch nicht entschieden, wie es nach den Ferien weitergehen soll. Die Entscheidung soll nach Ostern getroffen werden. Wenn das geschehen ist, dann werden wir uns erst einmal in der Schulleitung beratschlagen. Falls es zu einer Verlängerung der Schulschließung kommt, so werden wir in Rücksprache mit der Lehrerschaft schauen, wie es mit unseren Arbeitsaufträgen für die Schülerinnen und Schüler weitergehen soll.

Wir wissen, dass es eine schwierige Herausforderung für die Familien ist, mit der Schulschließung umzugehen. Und es stellt sich auch sehr unterschiedlich dar: Da gibt es kleine Familien mit viel Platz, einem Garten und einem Computer für jeden. Und dann aber auch große Familien mit weniger Platz und weniger Ausstattung. Viele Eltern arbeiten im Home-Office mit den sich daraus ergebenden Problemen und andere müssen das Haus verlassen und arbeiten in Berufen mit einem erhöhten Gefahrenpotenzial bzgl. einer Infizierung.

Wir haben uns bei der Erstellung der bisherigen Arbeitsaufträge darum bemüht, all diese unterschiedlichen Voraussetzungen zu berücksichtigen und werden es auch weiterhin tun.

Ich hoffe, dass wir uns in einigen Wochen wieder gesund in der Schule sehen können. Ich scheue mich natürlich, allen schöne Ferien zu wünschen, denn die Umstände sind alles andere als schön. Wir müssen es nehmen, wie es ist und ich wünsche mir einfach nur, dass wir nicht allzu viele Menschen verlieren, die Welt diese Krise in den Griff bekommt und auch ihre Lehren daraus zieht.

 

Herzliche Grüße und bleibt/ bleiben Sie gesund

B. Lorz, kommissarische Schulleiterin

 

[Lorz, 02.04.2020]