Haben auch Sie schon einmal ein Interview gelesen und waren absolut empört darüber, dass seltene Artefakte an Privatpersonen verkauft werden, obwohl sie der ganzen Welt gehören sollten, und der Interviewte die Straftat, die er begangen hat, gar nicht als solche erkennt? Was würden Sie in einer solchen Situation machen? Sich über illegale Raubgrabungen und Kunsthandel bei Expert:innen informieren und schließlich ein Buch darüber schreiben?

Nun, vielleicht nicht Sie und vielleicht auch nicht wir, aber so erging es Elisabetta Fortunato. Sie ist die Autorin des Krimis „Die List der Schildkröte – Ein Fall für Giovanna Greifenstein“ und sie besuchte uns, den Q1-Deutschkurs von Frau Tsatsa, am Freitag, den 17.12.2021.

Elisabetta Fortunato verknüpfte ihr Leben in Frankfurt, ihre süditalienischen Wurzeln und ihre Liebe für guten Kaffee in ihrem Herzenswunsch – einem eigenen Roman in ihrem Lieblingsgenre, dem Krimi. Sie erzählte dem Kurs, dass sie seit ihrem siebten Lebensjahr für ihr Leben gern Krimis gelesen und schon immer davon geträumt habe, selbst einmal die Möglichkeit zu haben, ein Buch zu schreiben und mit der Welt zu teilen.

Ihr Leben habe sie zunächst in die Schule und zur Öffentlichkeitsarbeit geführt, bei der sie beispielsweise das Projekt „JUMINA“ leite und Jugendlichen die Integration in die Arbeitswelt erleichtere. Ihren Traum habe sie über die Jahre hinweg jedoch nie aufgegeben, sodass schließlich, nach zehn Jahren Recherche und Arbeit, ihr erstes Buch 2020 erschienen sei. Der Roman solle Teil einer Reihe werden.

Am Freitag gab sie den Schüler:innen einen ersten Einblick in ihren Roman „Die List der Schildkröte – Ein Fall für Giovanna Greifenstein“ und weckte große Neugierde.

In dem Krimi entschließt sich die Protagonistin, Giovanna Greifenstein, selbst Süditalienerin, die der Liebe wegen nach Frankfurt gezogen ist, die Unschuld ihres Mentors, eines Professors der Archäologie, sowie ihre eigene zu beweisen. Nach dem Diebstahl eines antiken Artefakts aus einem Museum ist der Professor Tatverdächtiger und wird nur kurz darauf tot aufgefunden. Auf ihrer Suche nach Beweisen wird Giovanna selbst schnell verdächtigt und bekommt es darüber hinaus mit der italienischen Mafia zu tun.

 

Die Idee für den Roman gab Elisabetta Fortunato ein Interview, in dem sie von dem illegalen Handel von Artefakten las. Darüber entrüstet, dass sogar öffentlich über den Verkauf von antiken Fundstücken an Privatpersonen gesprochen wird, ohne dies in Frage zu stellen, entschloss sie sich, in ihrem Buch auf die Problematik hinzuweisen.

Inspiriert hatte sie zudem der keltische „Kultwagen von Strettweg“, den sie für ihr Buch mit süditalischen Gravuren leicht abwandelte und der für die Story eine zentrale Rolle spielt. Bei all dem kann Fortunatos Krimi auch mit fachlicher Korrektheit punkten; so wurde sie von Archäolog:innen bereits für die Realitätstreue des Romans gelobt und das Buch in einer wissenschaftlichen Arbeit aus Österreich erwähnt.

Den Schüler:innen der Q1 las Fortunato drei Ausschnitte vor und beantwortete anschließend einige ihrer Fragen. Dabei erörterte sie unter anderem die Schwierigkeiten, die mit der Veröffentlichung eines Buches verbunden sind, sprach von ihren Vorbildern sowie über den Schreibprozess selbst, wozu wir Ihnen sagen können, dass Schreiben keine einfache Sache ist, weswegen wir den Hut vor Elisabetta Fortunato ziehen.

Frau Fortunato, vielen Dank für die Lesung und Ihre Bereitschaft, alle Fragen willkommen zu heißen, bis auf diejenigen, die essenzielle Teile des Buchs vorwegnehmen würden. So müssen wir es wohl alle lesen, um zu erfahren, was es mit der „List der Schildkröte – Ein Fall für Giovanna Greifenstein“ auf sich hat.

Wenn Sie jetzt noch weitere Fragen haben oder Ihr Interesse geweckt wurde, dann können Sie weitere Informationen auf der Internetseite elisabettafortunato.de nachlesen.

Ein Bericht von Heide Schüll, Niklas Umbach und Noemi Lindig (Q1)

 

[Tsa – 1/22]