Zeitzeugengespräch mit Helmut Sonnenberg

Am 10.10.2022 waren wir als Studiengruppe, die im Januar 2023 eine Exkursion nach Dachau machen wird, bei einem Zeitzeugengespräch mit „Sonny“. „Sonny“ – Helmut Sonnenberg – ist nun 91 Jahre alt und konnte uns viel über seine Kindheit in der Nazi-Zeit erzählen, unter anderem auch über seinen Aufenthalt im Konzentrationslager Theresienstadt.

Es war ein sehr emotionales Gespräch, während er uns von seiner Zeit im 2. Weltkrieg erzählte. Was uns dabei alle besonders berührt hatte, war, dass man gespürt hat, wie geprägt Sonny noch von dieser Zeit ist und was diese schreckliche Zeit mit einem Menschen anstellt, auch oder gerade, wenn man ein Kind war und gewisse Dinge noch nicht so wahrnahmen konnte wie die Erwachsenen.

Er erzählte uns zum Beispiel, dass er nie aus der elterlichen Wohnung durfte, denn seine Mutter hatte Angst, dass er auf der Straße beleidigt oder verprügelt werde. Deshalb war er viel allein und konnte erst viel später zu dem Glück einer richtigen Freundschaft kommen. Das ist, glaube ich, etwas, an was man oft gar nicht denkt, wenn es um die Zeit der Judenverfolgung im Nationalsozialismus geht – das Schicksal eines Kindes, das unter dem Alleinsein leidet.

Man hört eher oft von den grausamen Geschichten und besonders von den Morden der Nazis an den Juden. Aber auch so etwas wie eine einfache Freundschaft, die wir alle als etwas sehr Gewöhnliches betrachten, ist für Sonny im Rückblick und auch jetzt noch, etwas ganz Besonderes.

Was ich ebenso beeindruckend fand, war auch, wie offen Sonny allen Menschen gegenüber ist. Vielleicht wegen der ständigen Vorurteile ihm gegenüber und weil er erlebt hat, was Hass mit Menschen machen kann. Denn er hat im Gespräch immer wieder betont, dass der Mensch ein Mensch ist und man da nicht in irgendeiner Hinsicht unterscheiden sollte.

Sophie Neumann (Q1)
[11/2022]

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