Religionsphilosophischer Dialog an der ASS (E-Phase)

Impressionen von den Ausflügen in die Gotteshäuser und dem Expertengespräch vom 18. Januar 2023

Am 16. und 17. Januar 2023 besuchten wir als Jahrgang der E-Phase der Albert-Schweitzer-Schule in Offenbach an zwei Tagen vier verschiedene Gotteshäuser, um einen Einblick in die jeweiligen Religionen zu erhalten. Das Projekt wurde von den Religions- und Ethikkursen organisiert.

Am 16. Januar 2023 besuchten wir den Tempel der Sikh in Offenbach, wo wir freundlich begrüßt wurden. Um den Gebetsraum zu betreten, sollte man eine Kopfbedeckung tragen, die Schuhe und eigentlich auch die Socken ausziehen; jedoch gab man uns die Möglichkeit, die Socken anzulassen. Der Mann, der uns im Tempel rumführte, erklärte uns, dass der Sikhismus eine Religion ist, die im 15. Jahrhundert in Indien entstand und heutzutage rund 25-27 Millionen Anhänger hat. In Deutschland leben über 25.000 Sikhs, die sich an den spirituellen Weisheiten ihrer Religion orientieren und ein bescheidenes, selbstloses und spirituelles Leben führen.

Besonders interessant fand ich die Heilige Schrift der Sikhs: Der Guru Granth Sahib. Der Guru Granth Sahib wird in der Gurmukhi-Schrift geschrieben und betont Einheit und Schönheit der Schöpfung. Sikhs verbeugen sich aus Respekt vor dem Guru Granth Sahib und am Ende eines Gebets wird es per Zufallsprinzip aufgeschlagen, wobei der erste Vers auf der linken Seite als Rat und Orientierung für den Tag dient. In der Gemeinde des Tempels wurden alle Schüler/innen herzlich und offen aufgenommen und durften Fragen stellen, um die Religion kennenzulernen. Wir wurden mit leckerem traditionellem Essen und Tee versorgt, was uns willkommen und geborgen fühlen ließ.

Die zweite Station des Tages war die katholische Kirche St. Peter, diese ist 40 Meter hoch und mit einem sechs Meter hohen Kreuz auf seiner Spitze verziert. Dort hat uns der Pfarrer Janusz Piotrowski erklärt, dass die Kirche St. Peter ein bemerkenswertes Gebäude ist, das in seiner Bauweise wie auch im Inneren der Kirche Besonderheiten aufweist, wie z.B. die Antikgläser, die durch Tageslicht eine angenehme und einladende Atmosphäre erzeugen. Besonders schön an der Kirche fand ich den Ausgang, der von einer prächtigen Engelglorie verziert wird, die meterhoch an der Wand hängt, und die Besucher werden mit dem Wunsch verabschiedet, dass sie von den Engeln begleitet werden.

Am 17. Januar 2023 besuchten wir zuallererst die Synagoge in der Kaiserstraße. Was mir außerhalb der Synagoge direkt auffiel, ist, dass die Synagoge sowohl von einer hohen Mauer als auch von Sicherheitstüren und mehreren Polizeiautos geschützt wird. Dadurch wurde mir bewusst, welch große Rolle Antisemitismus auch in unserer heutigen Zeit noch spielt.



Dann wurden wir von einem netten Herrn begrüßt und die Jungen wurden dazu aufgefordert, eine sogenannte „Kippa“ aufzusetzen, während die Mädchen ohne Kopfbedeckung hereingehen durften. Er erzählte uns, dass die Synagoge ein Versammlungsort ist, in dem sich die jüdische Gemeinde zu Gebet und Belehrung versammelt. Die Tora ist das heilige Buch im Judentum, das in hebräischer Schrift verfasst wurde. Sie enthält 613 Gesetze und Regeln, die jeder Mensch beachten soll. Es gibt 6 Thorarollen, die in der Synagoge in einem speziellen Schrank aufbewahrt werden. Besonders spannend war die Frage, ob man zum Judentum konvertieren kann. Es ist möglich, zum Judentum zu konvertieren, aber es ist ein sehr aufwendiger Prozess. Meist werden Menschen in die jüdische Religion hineingeboren.

In der Synagoge wie auch in der Moschee sitzen Frauen und Männer getrennt, was eine Ablenkung voneinander verhindert, sodass man sich vollkommen auf den Glauben konzentrieren kann. Als letztes waren wir in der Bait-ul-Jame Moschee, welche vor 15 Jahren gebaut wurde. Herr Ahmad erklärte uns, dass wir unsere Schuhe ausziehen müssen, bevor wir die Bait-ul-Jame Moschee betreten. Männer und Frauen haben normalerweise getrennte Räume, jedoch wurde heute eine Ausnahme gemacht und wir durften zusammensitzen. Dort durften wir uns erstmal alles anschauen und ausgestellte Plakate lesen, wodurch man viel über den Islam und die Vergangenheit informiert wurde. Außerdem haben wir uns ein Video angeschaut, wodurch wir Schüler/innen vieles Neues gelernt haben, unter anderem, dass die Ahmadiyya eine islamische Gemeinde ist, die an den Messias und Imam Mahdi glaubt. Was ich besonders spannend fand, war die Tatsache, dass es den Koran in so vielen verschieden Sprachen gibt, wie z.B. Persisch, Russisch, Türkisch etc. Herr Ahmad beantwortete viele interessierte Fragen der Schüler/innen. Der Fokus der Schülerfragen lag dabei sehr stark auf den Themen Homosexualität und Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Am 18. Januar 2023 begann das Expertengespräch, wodurch die Schüler/innen nochmal die Möglichkeit bekommen haben mit verschiedenen Experten zu reden und möglichst viel und Neues der jeweiligen Religion zu lernen. Ich war Teil der Gruppe: Judentum, Bahaitum und der Griechisch-Orthodoxen Kirche. Ich lernte dabei ebenfalls eine Menge neuer Dinge, wie z.B. über das Bahaitum über das ich vorher nicht viel wusste. Die Botschaft ihrer Religion finde ich besonders schön, denn sie sind der Meinung, dass alle Menschen vereint sein sollen und die gleichen Rechte haben. Die Menschen sollten friedlich miteinander leben, und ihre Religion sollte eine Einheit bilden.

Von den Schüler/innen aus den anderen Gruppen habe ich auch viel positive Rückmeldung gehört, denn jeder konnte etwas für sich und sein Leben mitnehmen, und in der Expertenrunde hatte er/sie die Möglichkeit, so viele Fragen zu stellen, wie er/sie wollte.

Meiner Meinung nach war das Projekt ein großer Erfolg, weil wir alle viel über uns selbst, als auch über andere gelernt haben und neue Menschen kennenlernen durften. Jeder konnte seinen Glauben auf irgendeine Weise bestätigen oder in Frage stellen und neue Informationen und Religionen kennenlernen. Ich hoffe, dass in Zukunft auch andere Klassen die Möglichkeit bekommen, so etwas zu erleben und offen sind, um mit anderen ins Gespräch zu kommen. Danke, dass wir die Möglichkeit hatten an solch einem Projekt teilzunehmen.

Laura Gress, E1



Religionsphilosophischer Dialog

Durch die drei Religionstage vom 16. bis zum 18. Januar 2022 haben wir viele neue Eindrücke von verschiedenen Religionen bekommen. An den ersten zwei Tagen haben wir vier verschiedene Gotteshäuser besucht und am letzten Tag standen uns Experten zur Verfügung, die uns Einblicke in die Kulturen der Religionen gegeben haben. Vorab möchte ich mich bei Frau Röhm bedanken, die dies ermöglicht und organisiert hat.

Am ersten Tag haben wir den Tempel der Sikhs und die katholische Kirche besucht. Und am zweiten Tag waren wir in der Moschee und der Synagoge. Im Tempel und der Moschee haben wir uns an die jeweiligen Regeln angepasst, indem wir in diesen unsere Schuhe ausgezogen haben und in dem Tempel auch unseren Kopf bedeckt haben. Außerdem mussten die Männer in der Synagoge ihren Kopf mit einer Kippa bedecken.

Der Tempel der Sikhs in Offenbach war für uns alle neu und somit auch das Spannendste an diesem Tag. Überall lagen Teppiche, rechts war ein Raum zum Essen und wenn man eine kleine Treppe hochging, kam man zu einem großen Gebetsraum. In der Mitte war ein Altar, dieser war aus Gold, mit Blumen und dem Symbol Khanda-Emblem geschmückt. In der Mitte lag die Heilige Schrift, der Guru Granth Sahib. Diese wird als lebendig angesehen und wird somit abends in einen kleinen Raum „ins Bett gebracht“ und morgens wieder aus diesem auf den Altar gelegt. Je nachdem, welche Seite zufällig aufgeschlagen wird, entspricht der Weisheit des Tages. Diese Religion ist weltweit die fünftgrößte und sie glauben an die Einheit der Schöpfung und verehren einen gestaltlosen Schöpfergott, der weder Mann noch Frau ist. Außerdem dürfen die Männer, die der Religion angehören, ihre Haare nicht schneiden.

Die Menschen in dem Tempel haben uns sehr offen und gastfreundlich empfangen, sie haben für uns gekocht, meditiert und aus der Schrift vorgelesen. Die Finanzierung erfolgt nicht durch den Staat, jedoch gibt es einen Mitgliedsbeitrag von mindestens fünf Euro; wer mehr spenden will, kann dies tun.

Anschließend waren wir in der katholischen Kirche, die nicht weit weg war. Die Kirche war sehr schön von innen gestaltet, da es vier verschiedene Nischen mit verschiedenfarbigen Glasfenstern gab. Der Pfarrer hat uns erzählt, dass, wenn die Sonne scheint, man ein wunderschönes Farbspiel sehen könne. Im Großen und Ganzen ist die Kirche einfach und hell gestaltet, sie ist sehr übersichtlich und nicht besonders groß. Katholiken glauben, dass Jesus der Sohn Gottes ist. In dieser Religion ist es ein Gesetz, dass Priester nicht heiraten dürfen, da sie sich somit nicht zu einem anderen Menschen stärker hingezogen fühlen als zu Gott.

Am Dienstag waren wir in der Synagoge und in der Moschee Offenbachs. Als wir die Synagoge betraten, merkte man direkt, dass dieser Glaube sehr viel Gefahr mit sich bringt. Vor Ort war ein Polizei-Team und die Mauer war sehr hoch zum Schutz der Menschen und des jüdischen Kindergartens. Ich finde es sehr erschreckend zu sehen, dass es heutzutage immer noch sehr viel Antisemitismus gibt. Eigentlich ist es in der Synagoge üblich, dass die Frauen oben auf der Kuppel sitzen und die Männer unten, damit die Männer nicht abgelenkt werden, um sich voll und ganz auf Gott zu fokussieren.

In der Mitte des Raumes ist die Bima, eine Art Bühne, um die Thora höher zu stellen. Die Thora ist eine Schriftrolle, die mit Hand geschrieben wird und nur dann koscher ist. Jeder kann diese anders deuten. Die Synagoge in Offenbach besitzt sechs Rollen, die enorm wertvoll und heilig sind. Es gibt 613 Ge- und Verbote, die heutzutage nicht mehr von jedem eingehalten werden. Sie dürfen ihren Körper nicht verändern oder verletzen, dies ist eine Sünde. Sie beten drei Mal am Tag, morgens mit Gebetsriemen, mittags und abends mit Gebetstüchern, welche lange Fäden an jeder Ecke haben. Beim Beten wackelt der ganze Körper, da die Seele zu Gott will. Die Gottesdienste werden auf Hebräisch gehalten, jedoch gibt es Gebetbücher, die auf der linken Seite eine Übersetzung haben. Wenn jemand stirbt, muss dieser so schnell es geht beerdigt werden, da sie glauben, dass dem Körper sonst sehr viel Leid zugefügt wird. Danach haben die Angehörigen ein Jahr lang Zeit für diesen Menschen zu beten, damit die Seele in den Himmel kommt.

Anschließend waren wir in der Moschee. Die Kuppel dient dazu, dass man sie schnell wahrnimmt. Im Islam glaubt man an Allah, dieser ist der Einzige, an den Gebete gerichtet werden dürfen. Das heilige Buch ist der Koran, er ist das an den Heiligen Propheten Muhammad offenbarte Wort Gottes und ist auf Arabisch geschrieben. Er legt Gebete und Regeln für das Leben der Muslime fest. Die Muslime sollten einmal in ihrem Leben nach Mekka in Saudi-Arabien zur Kaaba reisen, um zu pilgern. Dies ist das heilige Haus Gottes. Im neunten Monat des islamischen Kalenders wird gefastet. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde ist dafür bekannt, dass sie die Welt verbessern will.

Ann-Sophie Sattler, E1



Für die Schülerinnen und Schüler der E-Phase der Albert-Schweitzer-Schule fand ein aufregendes schulisches Projekt statt. Vom 16. bis zum 18. Januar 2023 gingen wir in vier unterschiedliche Gebetshäuser. Wir besuchten die Synagoge Offenbachs, die Bait-ul-Jame Moschee, die kath. Kirche St.Peter und den Tempel der Sikh. Am letzten Tag des Projektes fand ein Expertengespräch mit sechs verschiedenen Experten unterschiedlicher philosophischer wie religiöser Lebensanschauungen statt.

Ich fand die Bait-ul-Jame Moschee sehr beeindruckend, weil man viele spannende neue Informationen erlangt hat. Die Religion des Islam ruht auf sechs Glaubensgrundsätzen. Das zentrale Element des Islams ist der Glaube an den „Einen und Allmächtigen Gott“. Darüber hinaus glauben Muslime an die Engel, an die von Allah offenbarten Schriften, an all seine Propheten, an die Wiederauferstehung am Jüngsten Tag sowie an die Vorherbestimmung, also das Schicksal, sei es gut oder schlecht. In dem Gebetshaus mussten wir die Schuhe vor dem Betreten des Gebetsraums ausziehen. Dort hat uns der Imam (Vorsteher des Kultus) ein Video über die Gemeinde der Moschee und über den Islam gezeigt.  Der Kurzfilm war sehr überzeugend und außerdem zusätzlich sehr informativ gewesen.

Das Expertengespräch am letzten Tag empfand ich als äußerst interessant. Sechs Experten haben sich bereit erklärt, die Fragen der Schüler zu beantworten. Jede Gruppe hat drei verschiedene Experten besucht. Unter anderem war ein Vertreter bzw. eine Vertreterin der Freimaurer, des Judentums, der Freireligiösen Gemeinde Offenbachs, der Konfessionslosen, der griechisch-orthodoxen Kirche sowie der Bahai vertreten.

Abschließend möchten wir uns herzlich bei den Experten und Expertinnen sowie bei jenen Leuten bedanken, die sich an diesen Projekttagen freigenommen haben und bereit waren, mit uns Schülern und Schülerinnen der E-Phase in den Dialog zu treten.

Lejs Hodzic, E1



Vom 16. – 18. Januar 2023 fand für Schülerinnen und Schüler der E-Phase der Albert-Schweitzer-Schule ein spannendes Projekt über die Religionen statt. In den ersten zwei Tagen besuchten wir vier verschiedene Gebetshäuser und lernten dadurch viel Neues über diese Religionen. Wir besuchten den Tempel der Sikh, die kath. Kirche St. Peter, die Synagoge Offenbachs und die Bait-ul-Jame Moschee. Am dritten Tag fand ein Expertengespräch mit sechs verschiedenen religions- bzw. philosophischen Experten und Expertinnen an der Schule statt.

Ich fand den Tempel der Sikh äußerst aufregend und interessant. Die Religion beschreibt einen gestaltlosen Schöpfergott, der weder Mann noch Frau ist. Im Tempel mussten wir traditionellerweise vor dem Betreten des Gebetsraumes die Schuhe und die Socken ausziehen sowie den Kopf bedecken. Dort wurden wir von einem Guru (Heiliger des Tempels) in die Religion eingeweiht. Der Guru rezitierte für uns eine Weisheit aus der Heiligen Schrift. Mich faszinierte die Sprache der Heiligen Schrift sehr. Wir durften zum Abschluss noch mit dem Guru mitsingen. Das war beeindruckend und eine interessante Erfahrung. Danach wurden wir noch in die traditionelle Küche des Tempels eingeladen. Mir hat das Essen und Trinken ausgezeichnet geschmeckt.

Das Gespräch mit den Experten und Expertinnen am dritten Tag hat mir besonders gefallen. Wir durften alle Fragen stellen, die uns interessiert haben, und die Experten und Expertinnen haben diese geduldig beantwortet.

Wir bedanken uns herzlich bei den Leuten und Experten bzw. Expertinnen, die sich an diesen drei besonderen Tagen freigenommen haben, um ihre verschiedenen Religionen und Weltansichten unserer E-Phase der Albert-Schweitzer-Schule zu nahe zu bringen.

Marcel Man´ko, E1



Religionsphilosophischer Unterricht

Vom 16. bis 18. Januar 2023 fand der sogenannte religionsphilosophische Unterricht statt. Dabei hatten die Schüler*innen der Einführungsphase die Möglichkeit, einen Einblick in die verschiedenen Religionen sowie in ihren Glauben, erhalten.

In den ersten zwei Tagen besuchten die Schüler*innen vier verschiedene Gotteshäuser: der Tempel der Sikh, die Sankt-Peter Kirche, die Synagoge und die Bait-ul-Jame-Moschee. Am letzten Tag fand der „religionsphilosophische Dialog“ statt, bei dem verschiedene Expert*innen mit verschiedenen Glaubensdenkweisen zur Albert-Schweitzer-Schule kamen, um ihre Überzeugung mit den Schüler*innen zu teilen.

Die Sikh-Religion (=Sikhismus) gehört zu einer der jüngeren Weltreligionen, denn diese entstand erst im 15. Jahrhundert in Nordindien. Im Tempel ist es verpflichtend für Männer als auch Frauen sich die Schuhe und Strümpfe auszuziehen und eine Kopfbedeckung zu tragen. Das „Guru Granath Sahib“ ist die Heilige Schrift der Sikhs, die richtungsweisend für ein ethisches Leben ist, diese ist in der Gurmukhi-Sprache geschrieben. Die Schrift gilt für die Gläubigen als lebendig und wird somit, wie ein König behandelt. Die Schrift liegt auf einem Podest, ist mit einem Tuch bedeckt und ein als Zeichen des Respekts schwingt jemand mit einem Wedel über ihn. Nachts wird dieses dann in seine Gemächer zurückgelegt. Zu Beginn jedes Gebets begrüßen die Besucher *innen den Guru, indem sie sich vor ihm verbeugen. Zu jedem Gottesdienst gehört die Meditation, wo die Gläubigen sich auf Gott konzentrieren sollen, durch gewissen Atemtechniken und Musik. Nach dem Gebet wird ein sogenanntes „Langar“ angeboten, bei dem die Besucher*innen Essen und Tee bekommen.

Die katholische Kirche Sankt-Peter ist eine polnisch-deutsche Gemeinde. In der Stadt Offenbach gibt es mehrere Gemeinden der katholischen Kirche mit verschiedenen Hintergründen wie z.B. die kroatische oder italienische. Der Pfarrer erzählt über den Aufbau dieser kath. Kirche. Typisch in allen Kirchen ist der Altar vorne, die Kanzel, das Taufbecken, das Kreuz und eine Orgel. Die kath. Kirche ist besonders erkennbar am „Ewigen Licht“. Dies ist ein rotes Licht, welches zur Symbolisierung der ständigen Gegenwart Gottes steht. Zudem ist ein Beichtraum vorhanden, bei dem Gläubige ihre Sünden beichten können und/oder um Rat fragen können. Die Kirche besteht aus drei Grundbestandteilen: Glas, Holz und Stein. (Tiana)


Die jüdische Gemeinde Offenbach bietet SchülerInnen und Schülern an, einen kleinen Einblick in das Judentum zu erlangen. Die Gemeinde gilt als eine orthodox und konservativ und stellt einen Versammlungsort für jeden dar, der sich zu dieser Religion hingezogen fühlt, sich mit ihr identifiziert oder Interesse hat, diese näher kennenzulernen. In der Synagoge werden die Jungen und Männer dazu aufgefordert, eine Kippa zu tragen. Die Kippa ist eine Kopfbedeckung und dient als ein Erkennungszeichen der Juden. Darüber hinaus findet man in jedem jüdischen Gotteshaus eine Bimar (Bühne) und ein Pult, sowie einen Schrank oder Sicherheitstresor, in dem die wertvollen Thora-Rollen verschlossen werden. Die Thora ist die Heilige Schrift der Juden und der erste Teil des Tanachs, der hebräischen Bibel. Sie besteht aus den fünf Büchern Mose und kann daher auch mosaisches Gesetz genannt werden. Besonders auffällig ist, dass sie auf Aramäisch verfasst worden ist, aber auf Hebräisch gelesen.

Im Judentum gibt es drei Tagesgebete: morgens, mittags und abends. Während des Betens werden Gebetsschal und Gebetsriemen verwendet, dies größtenteils von Männern. Außerdem kann man diese Religion niemals ablegen und das Konvertieren zu dieser Religion ist auch schwierig. Im Judentum ist der Körper nur „geliehen“ und die Seele sehnt sich immer nach Gott, sodass es keine richtige Vorstellung der Hölle gibt, sondern es die Übergangszeit beschreibt, die die Seele vom Tag des Todes bis zu Gott braucht.

Die Baitul-Jame-Moschee Offenbach zählt zu den größten Moscheen Deutschlands und bietet SchülerInnen einen Einblick in den Islam zu erlangen und legt großen Wert auf „Liebe für alle, Hass für keinen.“ In der Moschee selbst ist ein großer Raum, in dem die Geschichte der Religion durch Aufstellern und den dazugehörigen Bildern erzählt wird. Zudem wurde der Koran (die Heilige Schrift des Islam) in 74 verschiedene Sprachen übersetzt, welche dort alle zu finden sind. Eine große Auswahl an Wörterbüchern ist ebenfalls in der Moschee vorhanden, da ihnen ein großer Wert an der Bildung liegt.

Bevor man den Raum betritt, sind alle dazu verpflichtet, ihre Schuhe vor dem Gebetsraum auszuziehen. Die Moschee wurde von Mubashra Ilyas entworfen und wird von der Ahmadiyya Muslim Community unterhalten. Die Ahmadiyya Muslim Community sind Muslime, die an den Messias Mirza Ghulam Ahmad von Qadian glauben. Mirza Ghulam Ahmad gründete 1889 die muslimische Gemeinschaft Ahmadiyya und gilt für diese als göttlicher Führer, er betonte mit dem Bau ihre wesentlichen Lehren von Frieden, Liebe, Gerechtigkeit und Heiligkeit des Lebens. Die AMC erstreckt sich über mehr als 200 Nationen mit einer Mitgliedschaft von mehr als zig Millionen.
(Aliena)


Am dritten Tag stand das endgültige Experten-Gespräch mit Vertretern verschiedener Religionen an. Dazu haben wir Schüler uns in Gruppen aufgeteilt und durften uns jeweils drei Religionen aussuchen, über die wir Näheres erfahren wollten und auch Fragen hatten. Das fand in einem Sitzkreis statt und wir hatten jeweils eine Schulstunde mit den Experten. Es kamen durchaus interessante Gespräche zustande.

Wir haben uns für die Freimaurer, das säkulare Judentum und für die griechisch-orthodoxe Kirche entschieden.

Die Freimaurer, die eher unbekanntere Gruppe der drei, ist ein ethischer Bund aus Männern, die sich untereinander Brüder nennen. Diese denken, dass die ständige Arbeit an sich selbst, zu Selbsterkenntnis und einem menschlichen Verhalten führt. Erstaunlich für uns war, dass der Bund der Freimaurer keine Religion ist und sogar religiöse Menschen wie Christen und Muslime Mitglieder dieser Logen sind, in denen sich die Brüderschaft vereinigt.

Im säkularen Judentum haben wir erfahren, dass es auch Juden gibt, die ihren Glauben nicht so streng ausleben. Dies war ein völliger Kontrast zu dem Besuch in der Synagoge, wo wir viele Regeln über den Sabbat und auch andere kennenlernten. Die jüngere Generation hält sich nicht an alle, aber an die Wichtigsten. Trotz allem erfahren auch Juden im jungen Alter und zur heutigen Zeit stets noch antisemitische Vorfälle.

Die Expertin der Griechisch-Orthodoxen war eine Theologin, die uns viel über ihren Glauben beigebracht hat, unter anderem, dass eine griechisch-orthodoxe Heirat staatlich anerkannt wird, sowohl in Griechenland als auch in Deutschland. Außerdem zahlen orthodoxe Griechen keine Kirchensteuer. Dies war auch sehr überraschend für uns, da es hier in Deutschland für die Christen üblich ist.
(Judith)

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